Symptome aus hypnosystemischer Sicht

Florian Friedrich • 24. August 2025

Symptome sind wertvolle Botschafter von Bedürfnissen

Aus hypnosystemischer Sicht (Gunther Schmidt) sind Symptome immer wichtige Rückkopellungsinformationen über nicht beachtete Bedürfnisse.


Beispiel:

Hubert ist schwul und unterdrückt seine Bedürfnisse nach Liebe, Erotik, Zärtlichkeit und Sexualität. Da dieses Unterdrücken viel Kraft und Lebensenergie kostet, wird Hubert zunehmend depressiver und suizidal. Seine Depressionen und seine Lebensmüdigkeit weisen ihn darauf hin: "Lebe Dein Leben, hör auf Deine homosexuellen Bedürfnisse"


Lesen Sie in diesem Artikel über Symptome aus hypnosystemischer Sicht.

Symptome aus hypnosystemischer Sicht

Es kann, je nach Kontext in dem wir leben, auch sehr kompetent sein, eigene Bedürfnisse zu unterdrücken. In diesem Fall bilden wir meist Symptome aus. D.h. die Unterdrückung von Bedürfnissen kostet immer einen Preis.


Beispiel zu Homosexualität

Omid ist schwul und lebt im Iran. Da ihm dort Gefängnis, Folter und Todesstrafe drohen, wenn er seine Homosexualität auslebt, unterdrückt er seine Homosexualität. Weil ihn diese Unterdrückung massiv belastet, wird er depressiv und bekommt Panikattacken. Dennoch ist das nicht-Ausleben seiner Homosexualität in diesem homophoben menschenverachtenden Kontext eine hohe Kompetenz und eine Entscheidung für das Leben. Seine belastenden Symptome sind ein geringerer Preis als etwa Folter und Todesstrafe. Es wäre äußerst inkompetent, wenn er seine Homosexualität im Iran völlig frei ausleben würde.


Wie wir Symptome und Probleme unwillkürlich aufrechterhalten

  1. Wir pathologisieren Rückmeldungen zu eigenen Bedürfnissen.
  2. Wir werten diese Rückmeldungen noch mehr ab.
  3. Wir bekämpfen diese Rückmeldungen.
  4. Dies verstärkt Problem aufrechterhaltende Muster.
  5. Wir werten uns für unsere Symptome stark ab.
  6. Wir formulieren Zielvorstellungen, die unerreichbar sind.
  7. Wir erachten Diagnosen als eine umfassende Aussage über uns als ganze Person.


Beispiel:

Der oben erwähnte Hubert unterdrückt seine Homosexualität, weil er verinnerlicht hat, dass Homosexualität pervers, krank und pathologisch sei.

Anstatt seine Depression als Botschafterin von wichtigen Bedürfnissen ernst zu nehmen, unterdrückt er diese, kämpft dagegen an und reißt sich zusammen. Hierauf wird er noch depressiver. Dies wertet Hubert als noch pathologischer: Er sei eben schwach, krank und ein Weichei. Er verstärkt dieses Muster so lange, bis er suizidal wird.

Auch diese Suizidalität wertet Hubert noch immer ab. Er bleibt bei seinem nicht erreichbaren Ziel: "Ich muss meine Homosexualität weg spalten und heterosexuelle Gefühle entwickeln".

Als Hubert nach einem Suizidversuch in der Psychiatrie landet und dort die Diagnose "Schwere depressive Episode" erhält, wertet er diese Diagnose als eine Bestätigung, wie schwach und schlecht er doch sei.


Eine der Hauptprämissen der Hypnosystemik ist, dass jeder Mensch über ein großes Repertoire an hilfreichen Kompetenzen verfügt. Der hypnosystemische Ansatz fragt immer, wie eine Person auf unwillkürlicher Ebene ihr Erleben erzeugt und selbst reguliert. Meist ist uns dies weder bewusst noch ein Akt des Willens.


Wie kann hier nun die hypnosystemische Beratung und Therapie intervenieren?

Ich möchte wieder den oben genannten Hubert als Beispiel heranziehen.

Ein wichtiger Schritt besteht in der Arbeit mit Hubert darin, zu ergründen, wie er seine Symptome unbewusst und unwillentlich aufrechterhält. Danach geht es darum, ihm gezielte Interventionen anzubieten, d.h. es geht um das Einfügen von Unterschieden, um sein bisher dominierendes Erlebnisnetzwerk zu verändern. Dies meint, dass ich als Therapeut Hubert assistiere, um freundlicher mit sich selbst umzugehen und seine strenge (homophobe) Seite zu würdigen und zugleich zu distanzieren.


Dieser Text ist inspiriert von den vielen Vorträgen, die ich von Gunther Schmidt gehört habe.

Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Florian Friedrich 13. September 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
Rituelle Gewalt und Mind Control  - Podcast
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Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Diese Podcastreihe versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird.  Die 13 Folgen: Rituelle Gewalt & Mind Control – Was ist wissenschaftlich belegt? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.
Im Zentrum steht eine transparente menschliche Kopf-Silhouette.
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Rituelle Gewalt, Mind Control und False Memory: Warum therapeutische Erklärungen sorgfältig geprüft werden müssen In der Psychotherapie begegnen Fachleute immer wieder Menschen mit intensiven Ängsten, körperlichen Reaktionen, Erinnerungslücken, Albträumen oder schwer einzuordnenden inneren Zuständen. Solche Erfahrungen können zutiefst belastend sein und verdienen eine ernsthafte therapeutische Begleitung. Gleichzeitig stellt sich eine zweite, fachlich anspruchsvolle Ebene: Welche Bedeutung wird diesen Erfahrungen gegeben? Gerade dort, wo es um rituelle Gewalt, Mind Control oder vermeintlich verdrängte Erinnerungen geht, können Erklärungsmodelle eine besondere Macht entwickeln. Aus einer zunächst möglichen Hypothese kann schrittweise eine Gewissheit werden. Und aus einer Gewissheit kann schließlich eine umfassende Erklärung für die eigene Lebensgeschichte entstehen.
Körperbasiert reguliert - Podcast
von Florian Friedrich 12. September 2026
Willkommen zu deinem 52-wöchigen Jahres-Curriculum für somatische Selbstregulation.