Was ist das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM)?

Florian Friedrich • 13. Dezember 2025

Ressourcenorientierte Selbststeuerung

Das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Selbststeuerung und persönlichen Entwicklung. Entwickelt wurde es von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Im Mittelpunkt steht die Idee, Menschen dabei zu unterstützen, ihre vorhandenen Ressourcen zu aktivieren und innere Motivation nachhaltig zu stärken.

Hinweis: Ich bin nicht zertifiziert, um mit dem Zürcher Ressourcenmodell zu arbeiten. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und persönlichen Einordnung, nicht der Anleitung oder Durchführung von ZRM-Trainings. Ich möchte in diesem Artikel auf diesen sehr wertvollen Ansatz aufmerksam machen und das Lebenswerk von Maja Storch würdigen.
Was ist das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM)?

Grundidee des ZRM

Das ZRM verbindet Erkenntnisse aus der Motivationspsychologie, der Neurobiologie, der Tiefenpsychologie, der Hypnotherapie und der kognitiven Verhaltenstherapie. Ein zentrales Anliegen ist es, Ziele so zu formulieren und zu verankern, dass sie nicht nur rational überzeugend, sondern auch emotional stimmig sind.

Häufig scheitern gute Vorsätze daran, dass sie zwar „vernünftig“ klingen, aber innerlich keinen echten Antrieb erzeugen. Genau hier setzt das ZRM an: Es bezieht sowohl bewusste als auch unbewusste Prozesse in die Zielentwicklung ein.


Bedürfnisse, Motive und Ressourcen

Ein Kerngedanke des ZRM ist die Unterscheidung zwischen:

  • Motiven (oft unbewusst, emotional geprägt)
  • Zielen (bewusst, sprachlich formuliert)

Nach dem ZRM sind Ziele dann besonders wirksam, wenn sie mit den eigenen Motiven im Einklang stehen. Um diesen Einklang herzustellen, arbeitet das Modell mit sogenannten somatischen Markern – körperlichen Signalen, die anzeigen, ob etwas innerlich stimmig ist oder nicht.

Ressourcen können dabei sehr unterschiedlich sein:

  • positive Erinnerungen
  • unterstützende innere Bilder
  • stärkende Körperhaltungen, d.h. ein gutes Embodiment
  • hilfreiche Gedanken oder Leitsätze

Ziel ist es, diese Ressourcen gezielt zugänglich zu machen und im Alltag nutzbar zu halten.



Motto-Ziele statt klassische Zieldefinitionen

Ein bekanntes Element des ZRM sind die sogenannten Motto-Ziele. Im Gegensatz zu klassischen SMART-Zielen beschreiben sie keinen konkreten Endzustand, sondern eine innere Haltung oder Ausrichtung.

Beispiele für Motto-Ziele könnten sein:

  • „Ich gehe gelassen und klar meinen Weg.“
  • „Ich stehe selbstbewusst für meine Bedürfnisse ein.“

Solche Ziele wirken weniger kontrollierend, dafür stärker aktivierend. Sie sprechen emotionale Ebenen an und lassen sich flexibel in unterschiedlichen Situationen umsetzen.

Entscheidungen besser verstehen & steuern – Einführung ins ZRM® mit Maja Storch

Die Rolle des Körpers

Ein weiterer wichtiger Aspekt des ZRM ist die Einbeziehung des Körpers. Körperhaltung, Atmung und Bewegung werden bewusst genutzt, um gewünschte innere Zustände zu unterstützen.

Der Körper dient dabei als aktiver Speicher von Erfahrungen und Emotionen. Durch körperliche Ressourcen können neue Handlungsspielräume schneller und nachhaltiger verankert werden als durch einen rein kognitiven Zugang.


Anwendungsfelder

Das Zürcher Ressourcenmodell wird unter anderem eingesetzt in:

  • Coaching und Beratung
  • Coaching von Führungskräften
  • Gesundheitsförderung
  • Stress- und Selbstmanagement
  • Persönlichkeitsentwicklung


Wissenschaftlicher Hintergrund

Das ZRM stützt sich auf aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung, insbesondere auf die Unterscheidung zwischen dem intentionalen (bewussten) und dem intuitiven (unbewussten) System der Verhaltenssteuerung. Nachhaltige Veränderung gelingt nach diesem Verständnis dann, wenn beide Systeme in dieselbe Richtung arbeiten.



Persönliche Einordnung und Abgrenzung

Obwohl ich das Zürcher Ressourcenmodell als inspirierend und in vielen Aspekten überzeugend erlebe, ist mir eine klare Abgrenzung wichtig:

Ich bin nicht zertifiziert, um mit dem ZRM zu arbeiten, und biete keine ZRM-basierten Coachings, Trainings oder Beratungen an.

Dieser Artikel stellt meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Modell dar und soll einen verständlichen Überblick geben. Für eine professionelle Anwendung empfehle ich ausdrücklich die Arbeit mit entsprechend ausgebildeten und zertifizierten ZRM-Trainer:innen.


Fazit

Das Zürcher Ressourcenmodell bietet einen differenzierten, ressourcenorientierten Blick auf Veränderungsprozesse. Besonders die Verbindung von Emotion, Körper und Mottozielen macht den Ansatz für viele Menschen attraktiv. Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte, findet im ZRM einen fundierten Rahmen.

Erklärfilm Das Zürcher Ressourcenmodell zrm-training (Der-zeichner.de Erklärvideo)

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 16. Februar 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 21. Februar 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 25. April 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 4. Juli. 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
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