Somatopsychik – Wenn der Körper die Psyche beeinflusst
Was bedeutet Somatopsychik?
Die Somatopsychik nach Gunther Schmidt basiert auf einem ganzheitlichen Verständnis von Mensch und Gesundheit. Sie geht davon aus, dass Körper und Psyche untrennbar miteinander verbunden sind und sich wechselseitig beeinflussen. Im Zentrum steht dabei der hypnosystemische Ansatz, den Gunther Schmidt entwickelt hat und der heute in Therapie, Coaching und psychosomatischer Arbeit weit verbreitet ist.
Die
Somatopsychik beschreibt den Einfluss körperlicher Prozesse auf das psychische Erleben. Gunther Schmidt erweitert diesen Ansatz entscheidend:
Der Körper wird nicht nur als Ursache von Symptomen gesehen, sondern als
aktiver Mitgestalter von inneren Zuständen und Lösungen.
Nach Schmidt sind körperliche Reaktionen keine Störungen, sondern sinnvolle Anpassungsleistungen des Organismus. Symptome erfüllen oft eine Schutz- oder Regulationsfunktion, auch wenn sie subjektiv belastend sind.

Der hypnosystemische Ansatz von Gunther Schmidt
Die Somatopsychik nach Gunther Schmidt ist eng verbunden mit der hypnosystemischen Therapie, die folgende Grundannahmen vertritt:
- Körper, Psyche und Umfeld bilden ein dynamisches System
- Symptome sind kompetente Lösungsversuche des Systems
- Unbewusste Prozesse wirken ständig mit
- Aufmerksamkeit, innere Bilder und Körperwahrnehmung beeinflussen Zustände unmittelbar
Der Körper reagiert dabei oft schneller als der bewusste Verstand und liefert wichtige Hinweise auf innere Konflikte, Bedürfnisse oder Stressmuster.
Somatopsychik einfach erklärt
Anstatt zu fragen, was mit einem Menschen nicht stimmt, fragt der hypnosystemische Ansatz, wofür ein Symptom sinnvoll sein könnte.
Beispiele somatopsychischer Prozesse:
- Anspannung signalisiert innere Überforderung
- Schmerzen stabilisieren Grenzen
- Erschöpfung schützt vor dauerhaftem Raubbau
- Atemveränderungen regulieren emotionale Zustände
- Magen- oder Darmreaktionen zeigen Stress oder Entscheidungsdruck
Der Körper wird somit zum Kooperationspartner, nicht zum Gegner.
Unterschied zur klassischen Psychosomatik
Die klassische Psychosomatik legt ihren Fokus auf Ursachen, Störungen und die Analyse vergangener Belastungen. Indessen fokussiert die Somatopsychik auf die Utilisation von Symptomen, konzentriert sich auf die Gegenwart und arbeitert ressourcenorientiert mit der Weisheit des Organismus.
Dieser Perspektivwechsel wirkt für viele Menschen entlastend und stärkend.
Die Rolle von Körperwahrnehmung und Aufmerksamkeit
Ein zentraler Aspekt der Somatopsychik nach Gunther Schmidt ist die bewusste Wirkung von Aufmerksamkeit.
Das, worauf wir unseren Fokus richten, beeinflusst:
- Muskelspannung
- Atmung
- Herzfrequenz
- emotionale Zustände
- Schmerzintensität
Durch gezielte Aufmerksamkeitsfokussierung, innere Bilder und kleine körperliche Veränderungen können neue innere Zustände aktiviert werden – oft schneller als durch rein kognitive Gespräche.
Somatopsychische Symptome als Wegweiser
Typische Beschwerden, die im hypnosystemischen Kontext somatopsychisch verstanden werden, sind:
- chronische Schmerzen
- psychosomatische Beschwerden
- Angst- und Stresssymptome
- Erschöpfung und Burnout
- funktionelle Störungen ohne klare organische Ursache
Statt diese Symptome „wegzumachen“, wird mit ihnen gearbeitet – respektvoll, neugierig und lösungsorientiert.
Therapie & Coaching mit somatopsychischem Fokus
In der Arbeit nach Gunther Schmidt kommen u. a. folgende Elemente zum Einsatz:
- Körperwahrnehmungsübungen
- Arbeit mit inneren Bildern
- Aufmerksamkeitslenkung
- Trance-ähnliche Zustände (Hypnotherapie)
- Ressourcenaktivierung
- Mini-Interventionen im Alltag
Ziel ist es, Selbstregulation zu stärken und neue Handlungsspielräume zu eröffnen.
Warum die Somatopsychik nach Gunther Schmidt so wirksam ist
Dieser Ansatz wirkt besonders gut, weil er:
- den Körper ernst nimmt
- Symptome nicht pathologisiert, sondern nutzbar macht
- unbewusste Prozesse einbezieht
- Selbstwirksamkeit stärkt
- schnell erfahrbare Veränderungen ermöglicht
Viele Menschen erleben dadurch erstmals, dass ihr Körper nicht gegen sie arbeitet, sondern für sie.
Fazit: Der Körper weiß oft mehr als unser bewusstes Denlen
Die Somatopsychik nach Gunther Schmidt lädt dazu ein, Symptome neu zu betrachten: nicht als Feinde, sondern als wertvolle Signale eines intelligenten Systems.
Wer lernt, mit dem Körper zu kooperieren, statt ihn kontrollieren zu wollen, findet oft überraschend einfache und nachhaltige Wege zu mehr innerer Balance.








