Selbstbefriedigung und Schuldgefühle - psychologische Hilfe

Florian Friedrich • 6. August 2025

Vielen Menschen wurden Schuldgefühle anerzogen

Viele Personen haben bei der Masturbation noch immer Ängste, Sorgen, biografische Verletzungen und Schuldgefühle. Diese Schuldgefühle sind mal mehr, mal weniger latent, können aber auch sehr stark ausfallen. Schuldgefühle und Strafängste bei und nach der Selbstbefriedigung entwickeln sich oft aufgrund kultureller oder konservativ-religiöser Sozialisation. Der davon betroffene Mensch hat dann zwar ein authentisches Bedürfnis nach Masturbation, allerdings kommt ihm dann sein Schuldgefühl in die Quere.

Dieses Schuldgefühl hat keine sinnvolle Funktion und führt zu einem starken Leidensdruck. Selbstverständlich gibt es auch sinnvolle Schuldgefühle, die uns im Leben darauf hinweisen, dass wir Schuld auf uns geladen haben oder Fehler gemacht haben und diese wiedergutmachen sollten – das ist jedoch bei der Selbstbefriedigung nicht der Fall.

Selbstbefriedigung und Schuldgefühle - psychologische Hilfe

Wie kann ich mit diesen Schuldgefühlen gut umgehen?

Es trotzdem tun: Ich lasse mir das von mir selbst nicht gefallen

Vereinfacht können wir uns das Gehirn wie einen Muskel vorstellen, der sich trainieren lässt. Diese Form der Schuldgefühle sind etwas Antrainiertes. Die gute Nachricht ist, dass sich Schuldgefühle auch wieder „abtrainieren“, d.h. verringern oder ganz auflösen lassen, wenn wir uns diesen unbegründeten Schuldgefühlen aussetzen. Im Klartext: Wenn ich das Bedürfnis nach Selbstbefriedigung habe, dann sollte ich sie praktizieren und mir trotzdem ein inneres JA zur Masturbation geben. Das Schuldgefühl wird dann im Laufe der Zeit immer milder werden und sich im besten Fall eines Tages ganz auflösen. Vermeidung hingegen würden dem Schuldgefühl immer wieder neue Nahrung geben und es könnte damit noch stärker werden.

Selbstbefriedigung ist für Körper und Psyche wohltuend und sehr gesund

Übrigens: Selbstbefriedigung ist für Körper und Seele gesund, da sie zur körperlichen und psychischen Entspannung führt. So kann Selbstbefriedigung ähnlich positive Auswirkungen haben wie Meditation, Beten, autogenes Training oder Entspannungsverfahren. Auch in einer zufriedenen Partnerschaft befriedigen sich viele Menschen selbst. Sex mit sich selbst und der eigenen Fantasie hat eben eine ganz eigene Qualität.


Meine Hilfe in Salzburg, Wien, Hamburg und München

Ich biete psychologische Hilfe, Psychotherapie und Sexualtherapie an, wenn Sie unter Schuldgefühlen leiden.

Filmtipp: "Führt nur Penetration zum Orgasmus?"

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 30. Juni 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 5. September 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 7. November 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
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