Trans*Identität - Zweifel bezüglich der Hormontherapie

Florian Friedrich • 31. August 2025

Soll ich eine Hormontherapie machen?

Ich erlebe in der psychotherapeutischen Begleitung und Beratung immer wieder, dass trans* (trans*idente, trans*gender, transsexuelle, agender, genderfluide, nicht binäre) Menschen Zweifel, Sorgen und Unsicherheiten verspüren, ob und wann sie mit hormonellen Maßnahmen zur Angleichung an ihr Wunschgeschlecht starten sollen. Manche Menschen haben auch Zweifel und Ängste, wenn sie bereits seit längerer Zeit Hormone einnehmen. Diese Unsicherheit und das Benennen der Ängste stellt eine hohe kognitive und emotionale Reife dar.


Ich biete psychologische Hilfe und Psychotherapie an, wenn Sie Zweifel, Sorgen und Unsicherheiten bezüglich der Hormontherapie haben.

Trans*Identität - Zweifel bezüglich der Hormontherapie

Psychologisches Monitoring während hormoneller Behandlungen

Wenn Sie mit der Hormontherapie starten und sich unsicher sind oder Angst haben, dann ist ein psychologisches Monitoring extrem wichtig. Etwa zwei bis drei Prozent aller trans*Menschen bereuen es nämlich, hormonelle (oder chirurgische) Maßnahmen gemacht zu haben. 


Werden Menschen schlecht über die Nebenwirkungen und Auswirkungen der Hormontherapie aufgeklärt, die ja immerhin einen gravierenden Eingriff in den menschlichen Körper bedeutet, so steigt das Risiko, dass trans*Personen später ihren Entschluss zur Hormontherapie bedauern oder unzufrieden mit den Ergebnissen der Hormontherapie sind. Vor allem nicht-binäre oder genderfluide Personen möchten nicht immer alle Maßnahmen machen lassen. Mitunter werden sie aber von Fachleuten (Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen, dem Gesundheitssystem etc.) oder von der trans*Community noch immer zu hormonellen und chirurgischen Maßnahmen gedrängt. Auch bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen ist ein psychologisches Monitoring während der Hormontherapie oft zu empfehlen. 


Ich selber schreibe dann, nach Absprache und Einverständnis mit meinen Klient*innen, folgende Empfehlung in meinen Befundbericht: 

Die Person xy äußert Sorgen, dass die hormonellen Behandlungen zu Veränderungen führen (etwa …), welche sie bereuen könnte und welche sie zum Abbruch der Hormontherapie veranlassen könnte. Daher empfehle ich nach Absprache mit xy, dass eine Hormontherapie nur unter der Auflage eines psychologischen Monitorings stattfinden sollte, d.h. mit begleitender Psychotherapie oder psychologischer Beratung in den ersten zwölf Monaten der hormonellen Behandlung. Die Psychotherapie kann wahlweise über eine Beratungsstelle (etwa über die Beratungsstelle Courage), oder bei Psychotherapeut*innen nach freier Wahl stattfinden.


Diesen Befundbericht leite ich dann nach Absprache mit meinen Klient*innen an Kolleg*innen weiter (in der Regel an Psychiater*innen, mit denen ich zusammenarbeite), die das psychiatrische Gutachten für die Krankenkassen zur Kostenübernahme erstellen und, wenn möglich, auch gleich für die Freigabe zur Hormonbehandlung.

Film: "Feminizing Hormone Therapy ..."

Dieser Film klärt über Effekte, Risiken und Nebenwirkungen der feminisierenden Hormontherapie auf.

Informed Consent – im Dienst der trans*Klient*innen

Wichtig ist mir hier der Informed Consent mit den Klient*innen. Es ist problematisch genug, dass Psychotherapie für trans*idente Menschen verpflichtend ist. Trans*Identität stellt nämlich keine psychische Erkrankung dar. Insofern ist es umso wichtiger, dass sich Psychotherapie in den Dienst der Klient*innen stellt und alle Ängste und Sorgen hier Raum haben dürfen. 


Manche trans*Menschen haben diese Zweifel, Sorgen oder Unsicherheit bezüglich der Hormontherapie und möglicher Fehlentscheidungen gar nicht und sind sich der Behandlungsschritte ganz sicher. Diese Personen benötigen dann kein psychologisches Monitoring während der Hormonbehandlung, und für mich würde es sich dann als Psychotherapeut übergriffig anfühlen, eine verpflichtende Psychotherapie zu verlangen. Manche Menschen wiederum haben sehr große Ängste und sind zutiefst erleichtert, wenn sie während der Hormonbehandlung ein psychologisches Monitoring in Anspruch nehmen können.

Wichtig ist an dieser Stelle ein individuelles und streng phänomenologisches Vorgehen. Was für die eine Person passt, kann für die andere ganz falsch sein, und jeder Mensch braucht etwas anderes. Insofern muss ich auch als Psychotherapeut für jeden Menschen eine individuelle Form der Begleitung, Beratung oder Psychotherapie finden.

Film: "Masculinizing Hormone Therapy ..."

Dieser Film klärt über die maskulinisierende Hormontherapie für trans*Männer auf.

Körperbasiert reguliert - Podcast
von Florian Friedrich 12. September 2026
Willkommen zu deinem 52-wöchigen Jahres-Curriculum für somatische Selbstregulation.
Weiße Rosen in einem Rosengarten vor schneebedeckten Bergen – poetisches Bild für Selbstreflexion
von Florian Friedrich 11. September 2026
Podcast über Psychotherapie und Hypnosystemik: Selbstwert, innere Muster, Glaubenssätze und die Frage, wie wir anders mit uns selbst umgehen können.
Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Florian Friedrich 9. September 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
von Florian Friedrich 9. September 2026
Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Diese Podcastreihe versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird. Die 13 Folgen Rituelle Gewalt und Mind Control – Was wissen wir eigentlich? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Die Macht der Erinnerung Du bist nicht dein Zustand Wenn der Therapeut die Geschichte mitliefert Michaela Huber – Koryphäe, Einfluss und fachliche Kritik Valeria Petkova – Wenn Mind Control zur Erklärung wird Wenn Therapie zur Weltanschauung wird 9. Wenn Therapeut aussteigen – Schuld, Loyalität und der Weg zurück Wenn du als Klient aussteigen willst Wem gehört die Geschichte eines Menschen? Portugal, Netzwerke und die Internationalisierung einer therapeutischen Schule Von SPIEGEL bis zum goldenen Aluhut – Wenn Wissenschaft, Therapie und Medien aufeinanderprallen Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.