Warum sind manche schwule Männer betont effeminiert?

Florian Friedrich • 30. Juli 2025

Warum machen einige lesbische Frauen auf Macho oder Butch?

Lesen Sie in diesem Beitrag, warum manche schwule Männer betont effeminiert auftreten und einige lesbische Frauen ein Klischee spielen.

Warum treten manche schwulen Männer betont effeminiert auf?

Authentisches Bedürfnisse ...

Eine mögliche Antwort ist, dass manche homosexuelle/bisexuelle Männer und Frauen einfach das Bedürfnis haben, „weiblicher“ bzw. „männlicher“ aufzutreten. In diesem Fall entspricht das Verhalten einem ureigenen inneren Bedürfnis und stellt einen authentischen Ausdruck innerer und äußerer Freiheit dar.


... oder ein falsches Selbst

Ich bin auf ein wertvolles Zitat des Psychotherapeuten Udo Rauchfleisch gestoßen. Dieser schreibt:


„Das zweite - zumeist nur mehr oder weniger bewusste – Motiv hinter dem effeminierten Verhalten könnte man folgendermaßen umschreiben: »Wenn meine Umgebung mich schon nicht als „richtigen“ (nämlich heterosexuellen) Mann wahrnimmt und akzeptiert, will ich das durch ein provokativ „weibliches“ Verhalten bestätigen.« Es ist quasi eine Flucht nach vorne, ähnlich wie ja auch der Begriff »schwul« ursprünglich ein Schimpfwort war und von der homosexuellen Emanzipationsbewegung dann als Ausdruck einer trotzigen Dennoch-Identität verwendet wurde“


(Udo Rauchfleisch: Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder, Ostfildern 2012, S. 27f.)


Abwehrmechanismus und Psychodynamik

Mitunter ist das aufgesetzte, effeminierte oder machomäßige Verhalten eine Coping-Strategie, eine die Flucht nach vorne. In diesem Fall ist das affektierte Gehabe nicht authentisch, sondern psychodynamisch und stellt einen Abwehrmechanismus dar. Das Verhalten wirkt dann unecht, nervig, hysterisch und gespielt. In der Psychotherapie spricht man von einem "Fassadenselbst" bzw. einem "falschen Selbst". Ich lege Gefühle und Verhaltensweisen an den Tag, die mir gar nicht entsprechen und die in meinem tiefsten Innersten nicht für mich stimmen.

Übrigens: Auch bei heterosexuellen Menschen gibt es dieses Phänomen, etwa wenn eine junge Frau unbewusst alles tut, um sich wie eine sexistische, sexualisierte Klischeevorstellung zu stylen und dementsprechend aufzutreten und zu verhalten.

Film: "Femme Invisibility: Zu weiblich um lesbisch zu sein?"

Mitunter werden lesbische Frauen, welche sich äußerlich nicht einem Klischee anpassen, von der lesbischen Community, aber auch von heterosexuellen Menschen stigmatisiert und erfahren Repressionen.

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 30. Juni 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 5. September 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 7. November 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
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