Liebeskummer - was kann ich dagegen tun, wie werde ich ihn los?

Florian Friedrich • 28. Juli 2025

Gibt es Tricks und Tipps, wie ich meinen Liebeskummer schneller loswerde?

Nein, Liebeskummer kann man nicht einfach mal schnell loswerden. Dagegen kann ich wenig tun, aber ich kann trotzdem viel für mich selbst tun und eine gute Selbstfürsorge entwickeln, die ich gerade in schwierigen Zeiten benötige. Lesen Sie in diesem Artikel, was Sie alles machen können, wenn Kummer und Schmerz Sie plagen.


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Tipps gegen Liebeskummer

Emotionen annehmen und aushalten lernen

Diesbezüglich gibt es keine billigen Ratschläge, denn Liebeskummer lässt sich nicht einfach wegdrängen. Kummer, Trauer, Kränkung und Schmerz werde ich nicht so rasch los. Zudem sind diese Emotionen, die sehr sinnvoll sind. Im Liebeskummer erleben wir oft starke Trauer, aber auch Ohnmacht, Wut, Kränkung, mitunter auch Hass.

Liebeskummer hilft uns, den Verlust eines geliebten Menschen, aber auch die Kränkung zu verarbeiten. Es wäre zwar möglich, den Liebeskummer durch Alkohol, Drogen, Medikamente, Konsum oder sonstige Ersatzbefriedigungen vorübergehend zu dämpfen und zu unterdrücken. Damit täten wir uns allerdings selbst nichts Gutes, weil wir damit nicht den Verlust verarbeiten könnten und sich im schlimmsten Fall sogar eine Sucht nach Ersatzbefriedigungen entwickeln könnte, die zu einem immer sinnleereren Leben führt. Zudem kann sich dadurch der Liebeskummer sogar chronifizieren.


Ein guter Umgang mit Liebeskummer

Ein konstruktiver und authentischer Umgang mit Liebeskummer wäre, sich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde für das Erleben von Kummer, Trauer, Kränkung, Wut etc. Zeit zunehmen und den Kummer bewusst zuzulassen und zu durchleben. Im Laufe der Wochen und Monate wird der Liebeskummer dann immer weniger werden und seinen Stachel verlieren.


Hilfreiche Tipps für einen konstruktiven Umgang mit Liebeskummer sind:

  •  mal 20 Minuten so richtig weinen, um Trauer und Schmerz dadurch zu entladen
  •  Sport machen, auf einen Sandsack schlagen, Wut, Kränkung und Hass herausschreien
  •  Tagebuch schreiben
  •  mit anderen Menschen das Gespräch suchen
  •  alte Hobbys, Beschäftigungen aufnehmen (das steigert das Selbstbewusstsein)
  •  Tätigkeiten nachgehen, die ich gut kann

Dokumentation: "Liebe - Die größte Schwäche des Menschen"

Kummer braucht seine Zeit

Seien Sie geduldig mit sich selbst, denn Liebeskummer braucht seine Zeit. Oft kommt er in Wellen und klingt sehr langsam aber stetig ab. Grundsätzlich bedarf Liebeskummer nicht der psychotherapeutischen Behandlung, diese ist aber dann dringend empfohlen, wenn Hass, Selbsthass oder Ohnmacht als sehr stark erlebt werden. Auch bei Suizidalität oder konkreten Plänen nach Rache und Vergeltung sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen.


Eine gute Selbstfürsorge kann auch hilfreich sein

Wenn etwa ein Kind hinfällt und sich verletzt, dann kommen seine Eltern und trösten es. Die Verletzung tut dann dem Kind immer noch als physischer Schmerz weh, aber die liebevolle Anteilnahme und der Trost von Mutter und Vater machen den Umgang mit dem Schmerz leichter. Das Kind erlebt, dass es wertvoll ist, Mitgefühl für sich selbst und andere zu haben und dass es dieses schmerzhafte Erleben mit anderen teilen und akzeptieren kann. Das Kind öffnet sich in diesem mitfühlenden Kontext seinen Schmerzen, akzeptiert diese und gibt den Kampf gegen die Schmerzen, Gefühle und physischen Schmerzen auf. Angst, Wut, Schreck und Hilflosigkeit verwandeln sich in Akzeptanz. Das Kind geht durch den Schmerz hindurch und erlebt, wie der Umgang mit dem Schmerz leichter wird.

Dasselbe passiert mit der Haltung der bedingungslosen Akzeptanz. Wir erleben, dass sich unsere schmerzhaften Gefühle im Kontext der Anteilnahme wandeln.

Oft fällt es Menschen schwer, genauso gut und anteilnehmend mit sich selbst umzugehen, wie mit anderen Menschen.


Es ist dann wichtig, dass ich mir folgende Fragen stelle:

  • Wie können mich andere Menschen am besten trösten?
  • Wie kann ich selbst andere am besten trösten?
  • Wie gehe ich mit mir selbst um, wenn es mir schlecht geht, wenn ich etwa Schmerzen habe oder schwierige Emotionen spüre?
  • Wie könnte ich in Zukunft tröstender mit mir selbst umgehen, wenn es mir schlecht geht? Was könnte ich dann ganz konkret anders machen? Was brauche ich dann von mir selber? Was brauche ich von anderen?
  • Gibt es Bilder, Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen, die mir dabei helfen können, mir selbst Trost zu spenden, wenn ich unter schmerzhaften Gefühlen leide (etwa Erinnerungen an getröstet-Werden, an liebevolle Trost-spendende Menschen oder positive Visualisierungen)?
  • Wenn ich morgen aufwache und anteilnehmend und mitfühlend mit mir selber umgehen würde, wie würde ich das als Erstes bemerken. Mein Schmerz wäre dann noch immer da, aber was würde ich dann anders machen, wenn ich voller Mitgefühl mit mir selbst wäre? Wie würden andere Menschen es bemerken, dass ich auf einmal mit Mitgefühl, Trost und Anteilnahme mit mir selbst umgehe? Wie würde so ein Tag voller Mitgefühl aussehen?
  • Gibt es schon jetzt etwas, was ich voller Mitgefühl für mich selbst tun könnte?
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