Ekel vor dem/der Partner*in und Ekelgefühle vor dem Sex

Florian Friedrich • 4. September 2025

FAQ: Warum habe ich auf einmal Ekelgefühle beim Sex mit meinem/meiner Partner*in?

Lesen Sie in diesem Beitrag Tipps und Hilfestellungen, um Ihre Ekelgefühle zu ergründen und besser damit umgehen zu können.

Ekel vor dem Partner und Ekelgefühle vor dem Sex

Ekel - eine sinnvolle Emotion mit einer Botschaft

Ekel ist, wie alle Emotionen, sinnvoll, um uns darauf hinzuweisen, dass wir uns:

  1. etwas durch Nahrung einverleibt haben, dass uns krank macht und das wir wieder auskotzen sollten, um unseren Organismus zu schützen
  2. vor verdorbenen Nahrungsmitteln in Acht nehmen sollen, damit wir diese erst gar nicht aufnehmen
  3. auch im zwischenmenschlichen Bereich schützen sollten. Der Ekel weist uns darauf hin, dass uns ein anderer Mensch körperlich und/oder emotional zu nahekommt.


Somit will uns der Ekel mitteilen, dass wir uns vor Infektionen, Vergiftungen, unerwünschten Genen und unerwünschten sexuellen und körperlichen Kontakten schützen sollen.


Als Sexualtherapeut mache ich die Erfahrung, dass viele Männer und Frauen innerhalb ihrer Partnerschaft auch dann Sex haben, wenn sie gerade keine sexuelle Lust fühlen. Viele Menschen tun das, um den/die Partner*in nicht zu verletzen. Auf einer tieferen Ebene geht es hier oft um Verlustängste: „Wenn ich mit meinem/meiner Partner*in keinen Sex habe, dann verletze ich ihn/sie. Er/sie könnte mich dann irgendwann verlassen oder fremdgehen“.


Vergewaltige ich mich immer wieder selbst, indem ich meinen Körper und meine Seele zwinge, jetzt Sex haben zu müssen, so kommt irgendwann der Ekel zu Besuch und möchte mich darauf hinweisen, dass ich mich schützen soll. Ignoriere ich dann den Ekel weiterhin, dann kann er ganz stark werden.

Sex sollten wir nur dann haben, wenn uns Körper und Psyche sagen, dass wir gerade Lust auf Nähe oder Sexualität haben. Manchmal kommt der sexuelle Hunger auch erst mit dem „Essen“, dann empfinden Menschen beim Küssen und beim Vorspiel plötzlich Lust und das Bedürfnis nach Sexualität. Wenn wir aber keine Lust fühlen, dann sollten wir das unbedingt ernst nehmen und keinen Sex praktizieren.


Der Zwang und Druck, Sex haben zu müssen

Wenn wir uns zum Sex zwingen können auch folgende Emotionen hochkommen:

  • Wut
  • Zorn
  • Hass
  • Selbsthass
  • innere Leere
  • Trauer
  • Verzweiflung
  • Ohnmacht


Und folgende Symptome:

  • Ängste
  • Panikattacken
  • Depressionen
  • Erektionsschwäche
  • Scheidenkrampf
  • vorzeitiger Orgasmus
  • gar kein Orgasmus
  • Schmerzen beim Sex


Es gibt keine Möglichkeit, sich den Ekel wegzumanipulieren oder Lust herzuzaubern, wenn sie nicht da ist. Wenn ich den Ekel übergehe, dann werden irgendwann die oben genannten psychischen und körperlichen Symptome auftreten.


Sexualität und die Personale Existenzanalyse

Mithilfe der Methode der Personalen Existenzanalyse können Sie sich folgende Fragen zur Selbsterfahrung stellen:

  1. Wann tritt der Ekel genau auf? Tritt er immer bei jedem sexuellen Kontakt mit dem/der Partner*in auf oder nur manchmal? Wann ist es lustvoll, geil und schön? Gibt es Ausnahmen, wo ich keinen Ekel, sondern Lust verspüre. Löst der Ekel die Lust ab oder löst die Lust den Ekel ab. Ist es zu Beginn lustvoll und wird dann erst ekelig? Wenn der Ekel permanent besteht: Hatte ich überhaupt jemals Lust auf Sex mit meinem/meiner Partner*in? Wenn ja: wann, wie, wie oft, in welcher Form, zu welchen Zeiten, mit welchen Sex-Praktiken? Wenn nein: Finde ich meinen/meine Partner*in überhaupt sexuell attraktiv?
  2. Was sagt mir der Ekel? Was ist die Botschaft des Körpers? Habe ich überhaupt sexuelle Lust, wenn der Ekel da ist? Oder spüre ich gar keine Lust? Wo spüre ich im Körper den Ekel? Verstehe ich mich selbst, dass ich Ekel habe? Erlaube ich mir den Ekel zu spüren? Gibt es Impulse aus dem Ekel heraus (etwa kotzen, flüchten, einfrieren, mich wehren)? Was verstehe ich am Ekel nicht?
  3. Was brauche ich, wenn ich den Ekel und mich selbst ernst nehme? Brauche ich Distanz? Schutz, Raum und Zeit für mich? Brauche ich eine Pause? Brauche ich Nähe und ein Gespräch mit dem/der Partner*in?
  4. Wie möchte ich, wenn ich mich selbst und meine Bedürfnisse absolut ernst nehme, mit dem Ekel gut umgehen? Ich kann den Ekel nicht wegzaubern, er ist wichtig und möchte mich schützen. Möchte ich etwa meinem/meiner Partner*in mitteilen, dass ich gerade keine Lust habe? Möchte ich den Raum verlassen und mir eine Pause gönnen? Möchte ich kuscheln oder nicht-sexuelle Nähe mit meinem/meiner Partner*in? Wie will ich es angemessen kommunizieren, sodass beim/bei der Partner*in keine Verletzung entsteht? Mit welchen Worten und welcher Wortwahl? Wann ist der beste Zeitpunkt dafür?
  5. Wie will ich zukünftig damit umgehen, wenn ich keine sexuelle Lust habe? Was brauche ich dann von mir selbst im Sinne einer guten Selbstfürsorge? Was brauche ich von meiner/meinem Partner*in? Was brauchen wir für unsere Partnerschaft und was tut dann unserer Beziehung gut?

Film: "So reagiert dein Körper in einer ungesunden Beziehung"

Ekel kann auch bedeuten, dass Sie in Ihrer Partnerschaft unglücklich sind oder dass Sie unter Bindungsängsten leiden.

Weiße Rosen in einem Rosengarten vor schneebedeckten Bergen – poetisches Bild für Selbstreflexion
von Florian Friedrich 11. September 2026
Podcast über Psychotherapie und Hypnosystemik: Selbstwert, innere Muster, Glaubenssätze und die Frage, wie wir anders mit uns selbst umgehen können.
Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Florian Friedrich 9. September 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
von Florian Friedrich 9. September 2026
Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Diese Podcastreihe versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird. Die 13 Folgen Rituelle Gewalt und Mind Control – Was wissen wir eigentlich? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Die Macht der Erinnerung Du bist nicht dein Zustand Wenn der Therapeut die Geschichte mitliefert Michaela Huber – Koryphäe, Einfluss und fachliche Kritik Valeria Petkova – Wenn Mind Control zur Erklärung wird Wenn Therapie zur Weltanschauung wird 9. Wenn Therapeut aussteigen – Schuld, Loyalität und der Weg zurück Wenn du als Klient aussteigen willst Wem gehört die Geschichte eines Menschen? Portugal, Netzwerke und die Internationalisierung einer therapeutischen Schule Von SPIEGEL bis zum goldenen Aluhut – Wenn Wissenschaft, Therapie und Medien aufeinanderprallen Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.
Cinematic conceptual illustration of a human silhouette standing in a dark, atmospheric room
von Florian Friedrich 8. September 2026
Rituelle Gewalt, Mind Control und falsche Erinnerungen: Eine psychotherapeutische und wissenschaftliche Einordnung von Trauma, Suggestion, Hypnose und Gedächtnis.