Trans*Identität - Warum gibt es den Zwang zur Psychotherapie?

Florian Friedrich • 12. August 2025

Eine begleitende Psychotherapie ist Pflicht

Erfahren Sie in diesem Artikel, warum es den problematischen und umstrittenen Zwang zur Psychotherapie für trans*Menschen gibt.


Trans*Identität (Transsexualität, Geschlechtsdysphorie, Geschlechtsinkongruenz) ist eine gesunde Variante menschlicher Identität und stellt keine psychische Erkrankung dar. Dennoch ist eine begleitende Psychotherapie eine Voraussetzung für hormonelle und chirurgische Maßnahmen.

Dies stellt streng genommen einen Widerspruch dar, weil Psychotherapie ein Verfahren ist, um psychische Erkrankungen (etwa Depressionen oder Angststörungen) zu behandeln. Insofern ist eine zu absolvierende Psychotherapie problematisch, sie wird aber von den aktuellen Behandlungsrichtlinien gefordert.

Trans*Identität - Warum gibt es den Zwang zur Psychotherapie?

Was sind Ziele und Inhalt einer Psychotherapie für trans*Menschen?

Eine psychotherapeutische Begleitung hat das Ziel, trans* (transidente, transsexuelle, transgender, non binäre) Personen auf ihrem Weg zu unterstützen und zu klären, ob sie hormonelle und chirurgische Maßnahmen zur Anpassung an das Gegengeschlecht bzw. an ihr Wunschgeschlecht machen möchten und wenn ja welche. Der therapeutische Prozess dient somit der Unterstützung, der Selbsterfahrung und der Klärung.

Film: "Trans*: Wer bestimmt mein Geschlecht?"

Eine Psychotherapie hat nicht das Ziel, trans*Menschen ihr authentisches Spüren und ihre Identität „auszureden“.

Dies wäre unethisch und ein Verstoß gegen die Menschenrechte, denen sich die moderne Psychotherapie verschreibt.
In der Begleitung geht es auch um die Klärung der psychosozialen Situation und um die Selbstreflexion. Des Weiteren können psychische Problematiken in der Psychotherapie gelindert oder geheilt werden. Hat etwa ein trans*identer Mensch eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, so kann er in einer Psychotherapie lernen, emotional stabiler zu werden und ein besseres Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dies ist wichtig, weil im Prozess der Angleichung an das Gegengeschlecht viel innere Stärke vorhanden sein sollte und die trans*Person auch über zwischenmenschliche Kompetenzen verfügen sollte. Denn je psychisch, sozial und emotional stabiler ein Mensch ist, desto leichter hat er es, wenn er den sozialen Rollenwechsel vollzieht, auch dann, wenn es zu Anfeindungen und Diskriminierungen kommen sollte. Je emotional instabiler eine Person ist, desto mehr psychologische Hilfe und Begleitung benötigt sie auf ihrem Weg der Anpassung und Transition, vor allem dann, wenn es zu sozialen Stigmatisierungen kommt.

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 30. Juni 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 5. September 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 7. November 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
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