Häusliche Gewalt zu Weihnachten

Florian Friedrich • 21. Dezember 2025

Wenn die stille Zeit keinen Frieden bringt

Weihnachten gilt als das Fest der Liebe, der Familie und der Geborgenheit. Lichterketten erhellen die Straßen, Menschen rücken näher zusammen, und überall wird Harmonie propagiert. Doch hinter vielen verschlossenen Türen sieht die Realität anders aus. Für manche ist Weihnachten keine Zeit der Freude, sondern eine Phase erhöhter Anspannung – und leider auch ein Zeitraum, in dem häusliche Gewalt zunimmt.

Häusliche Gewalt zu Weihnachten

Warum gerade Weihnachten?

Die Feiertage bringen besondere Belastungen mit sich: finanzielle Sorgen, hohe Erwartungen an ein „perfektes Fest“, beengte Wohnverhältnisse und vermehrter Alkoholkonsum. Hinzu kommt, dass Familien mehr Zeit miteinander verbringen als sonst – Konflikte, die im Alltag verdrängt werden, brechen auf. Für Menschen in gewaltvollen Beziehungen bedeutet das oft: kein Rückzugsort, keine Pause, keine Zeugen.

Statistiken und Erfahrungsberichte von Beratungsstellen zeigen seit Jahren, dass die Zahl der Hilferufe rund um Weihnachten hoch ist. Dennoch bleibt das Thema im öffentlichen Diskurs häufig unsichtbar – gerade dann, wenn überall von Frieden gesprochen wird.


Gewalt hat viele Gesichter

Häusliche Gewalt ist nicht nur körperlich. Sie zeigt sich auch in psychischer Gewalt, Kontrolle, Demütigung, Drohungen oder ökonomischer Abhängigkeit. Besonders tückisch ist, dass diese Formen oft nicht sofort als Gewalt erkannt werden – weder von Betroffenen noch von ihrem Umfeld.

Zu Weihnachten verstärkt sich dieses Schweigen: „Man will die Stimmung nicht verderben“, „Es sind doch Feiertage“, „Nach den Ferien wird alles besser“. Doch Gewalt macht keine Pause, nur weil Kalenderblätter gewechselt werden.


Betroffene sind nicht schuld

Ein wichtiger Punkt, der nicht oft genug betont werden kann: Die Verantwortung für Gewalt liegt immer bei der gewaltausübenden Person – niemals bei den Betroffenen. Niemand provoziert Gewalt durch sein Verhalten, seine Worte oder seine Existenz. Gerade an Weihnachten, wenn Schuldgefühle und Scham besonders stark sein können, ist diese Klarheit essenziell.


Hinschauen statt wegsehen

Häusliche Gewalt ist kein privates Problem, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Wenn wir bei Nachbarn, Freunden oder Familienmitgliedern Anzeichen wahrnehmen – Rückzug, Angst, Verletzungen, extreme Nervosität –, sollten wir aufmerksam sein. Ein offenes Ohr, ein ernst gemeintes Nachfragen oder das Weitergeben von Hilfsangeboten kann einen entscheidenden Unterschied machen.


Hilfe ist da – auch an Feiertagen

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt: Niemand ist allein. Beratungsstellen, Notunterkünfte und Hilfetelefone sind auch über die Feiertage erreichbar. Der erste Schritt muss nicht groß sein. Manchmal beginnt er mit einem Gespräch, einer Nachricht oder dem stillen Lesen von Informationen.


Ein anderes Weihnachten ist möglich

Weihnachten muss kein Fest der Fassade sein. Es darf auch ein Zeitpunkt sein, um unbequeme Wahrheiten auszusprechen, Solidarität zu zeigen und Schutz über Harmonie zu stellen. Ein wirklich friedliches Weihnachten gibt es nur dort, wo Gewalt keinen Platz hat.


Hier sind wichtige Notruf- und Unterstützungsnummern bei häuslicher Gewalt in Salzburg, die du sofort anrufen kannst – insbesondere in akuten Situationen oder wenn du Hilfe suchst:


Sofortige Notfälle

Polizei (akute Gefahr): 133 – Ruf an, wenn du oder jemand anderes in unmittelbarer Gefahr ist.
Europäischer Notruf: 112 – Funktioniert überall in der EU.
Rettung: 144 – Für medizinische Notfälle.



Hilfe bei Gewalt und Misshandlung

Frauen-Helpline gegen Gewalt (österreichweit, 24/7): 0800 222 555 – kostenfrei, anonym und rund um die Uhr.
Frauennotruf Salzburg – Soforthilfe und Beratung: +43 662 88 11 00
Frauenhaus / Schutzunterkünfte Salzburg: 0800 44 99 21 – Unterkunft und Schutz für Betroffene mit Kindern.
Gewaltschutzzentrum Salzburg – Unterstützung, Beratung & Opferhilfe: +43 662 870 100
Weißer Ring – Opfer-Notruf (Straftatenhilfe): 0800 112 112
Männer-Info / Männerberatung: 0800 400 777 – Unterstützung für Männer in Gewalt- oder Konfliktsituationen.

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 30. Juni 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 5. September 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 7. November 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
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