Was ist die Generative Trance?
Wie wir Zugang zu unserer tiefsten Kreativität finden
Es gibt Momente im Leben, in denen der Verstand nicht weiterweiß: alte Muster laufen automatisch ab, gute Vorsätze verpuffen, unsere kreative Energie ist blockiert.
Genau hier setzt
Stephen Gilligans Generative Trance an – ein moderner, kraftvoller Bewusstseinszustand, der uns Zugang zu neuen Lösungen, zu innerer Weisheit und zur eigenen schöpferischen Kraft verschafft.
Während viele Menschen Trance mit Hypnose oder Kontrollverlust verbinden, ist Gilligans Ansatz das Gegenteil:
Generative Trance ist der bewussteste, kreativste und freieste Zustand, den ein Mensch erreichen kann.
Ich bin nicht in Generativer Trance nach Stephen Gilligan zertifiziert. Dieser Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt kein Angebot für generative Trance-Arbeit dar. Allerdings bin ich sehr inspiriert von Gilligans Lebenswerk und möchte seine Haltungen und Methoden würdigen.

1. Was ist Generative Trance?
Stephen Gilligan – Psychologe, Hypnotherapeut und Schüler von Milton Erickson – entwickelte die Generative Trance als Weiterführung der hypnotherapeutischen Arbeit.
Nicht der Therapeut „führt“ den Klienten in Trance, sondern jeder Mensch schafft selbst einen inneren Raum, in dem Bewusstes und Unbewusstes miteinander kooperieren.
Generative Trance ist kein verlorenes Wegdriften, sondern ein erweiterter Bewusstseinszustand, in dem:
- Kreativität frei fließen kann
- neue Bedeutungen entstehen
- Blockaden sich transformieren
- das Selbst sich neu organisiert
- spontane Lösungen auftauchen
Sie ist ein Raum innerer Kohärenz, in dem wir nicht gegen uns arbeiten, sondern mit uns.
2. Die drei Ebenen des Selbst nach Gilligan
Der Schlüssel zur Generative Trance liegt im Zusammenspiel von drei Selbst-Zuständen, die Gilligan immer wieder hervorhebt:
1. Das Problem-Selbst
Das Alltags-Ich, das mit Schwierigkeiten konfrontiert ist: Konflikte, Blockaden, Ängste, Stress, kritische Stimmen.
2. Das Kreative Unbewusste
Ein tiefer, intuitiver Raum voller Ressourcen, Inspiration und Lösungen – ein Überraschungspool des Lebens.
3. Das Intentionale Bewusste
Das bewusste Selbst, das Ziele, Werte und Richtungen vorgibt.
Die Transformation besteht dann, wenn alle drei Ebenen miteinander in Beziehung treten.
Generative Trance ist somit ein Dialog und kein Zustand, der eine Seite abspaltet.
3. Der Prozess der Generativen Trance: Die 6 Kernschritte
Gilligan beschreibt Generative Trance als strukturierten, aber organisch fließenden Prozess.
Eine typische Trancekann in sechs zentrale Schritte unterteilt werden.
1. Centering – Im Körper ankommen
Der erste Schritt ist immer die
somatische Zentrierung:
Ein bewusstes Zurückkommen in den Körper, in Atmung, Haltung und Präsenz.
Es geht darum, ein „kreatives Feld“ zu öffnen.
Gilligan nennt dies den COACH-Zustand:
- C – Centered
- O – Open
- A – Aware
- C – Connected
- H – Holding
Ein Zustand innerer Weite und Stabilität.
2. Den Intentionalen Fokus setzen
Bevor die Reise beginnt, stellt man sich die zentrale Frage:
„Wofür möchte ich diese Trance nutzen?“
- Heilung?
- Kreativität?
- Zugang zu Ressourcen?
- Lösung eines inneren Konflikts?
- Persönliche Transformation?
Der Fokus dient nicht der Kontrolle, sondern als Kompass bzw. Leitstern.
3. Das Kreative Unbewusste einladen
Dieser Schritt ist einzigartig für Gilligan:
Es geht nicht darum, in Trance zu versinken, sondern darum, das kreative Unbewusste zu
bitten, sich zu zeigen.
Der Körper entspannt sich, fließende Bilder tauchen auf, Intuition wird lebendig.
4. Das Problem-Selbst würdigend integrieren
In vielen Ansätzen versucht man, Probleme zu beseitigen.
Gilligan hingegen sagt: „Widerstände sind eingefrorene Lösungen.“
Das Problem-Self wird als verborgene Ressource behandelt, nicht als Fehler. In Trance wird es neugierig erforscht, gewürdigt und in einen neuen Kontext gesetzt. Dadurch kann das, was einst blockierte, zu einer Kraftquelle werden.
5. Kreative Transformation
Wenn alle Ebenen in Resonanz sind, entsteht ein magischer Moment:
Die
Transformation geschieht unwillkürlich.
Bilder, Einsichten, innere Bewegungen oder körperliche Veränderungen tauchen auf – oft überraschend und tief berührend.
Das Ergebnis ist ein Zustand, in dem neue Lösungen „von selbst“ auftauchen:
- neue Ideen
- neue Perspektiven
- neue Körperhaltungen
- neue Identitätsgefühle
6. Integration und Transfer in den Alltag
Alles, was in der Trance erfahren wurde, braucht Integration:
- Wie wird das Neue im Alltag gelebt?
- Welche konkreten Handlungen folgen daraus?
- Wie bleibt der Zugang zur Kreativität bestehen?
- Gilligan betont, dass die wahre Veränderung erst sichtbar wird, wenn das Neue in Beziehungen, Entscheidungen und Lebensweisen umgesetzt wird.
Dr. Stephen Gilligan, Ph.D. on Generative Psychotherapy
4. Warum Generative Trance so wirksam ist
1. Sie überwindet den Kampf-Modus
Statt gegen Angst, Stress oder innere Anteile zu bekämpfen, entsteht innere Kooperation.
2. Sie bringt das Unbewusste ins Boot
Viele Lösungen liegen unterhalb der rationalen Ebene – Trance öffnet Flow und Kreativität.
3. Sie arbeitet mit dem Körper
Somatische Intelligenz wird aktiviert – ein Schlüssel für nachhaltige Veränderung.
4. Sie ist zutiefst kreativ
Trance ermöglicht individuelle, unerwartete und lebendige Lösungen.
5. Sie stärkt Selbstwirksamkeit
Menschen erfahren: Die Antworten liegen in mir.
5. Alltagstaugliche Anwendungen
Generative Trance findet Anwendung in:
- Coaching & Therapie
- Kunst & Kreativität
- Stressbewältigung
- Leadership & Kommunikation
- Heilungsprozessen
- Entscheidungsfindung
- Persönlicher Entwicklung
Viele Menschen nutzen sie für:
- neue Visionen
- Lebensmut und Selbstvertrauen
- produktive Gelassenheit
- innere Harmonie
- berufliche Klarheit
Trance wird damit zu einer Lebenspraxis, nicht zu einem Tool.
6. Die Generative Trance als Lebenshaltung
Vielleicht ist das Schönste an Gilligans Ansatz nicht die Methode selbst, sondern die Haltung: Der Mensch ist ein kreatives Wesen, das die Fähigkeit besitzt, sich immer wieder neu zu finden.
Generative Trance erinnert uns daran, dass wir Zugang zu einem kraftvollen inneren Raum haben – einem Raum, der größer ist als unsere Probleme, weiter als unsere Biografie und tiefer als unsere Ängste. Dieser Raum der Verbundenheit mit uns und unserer Umwelt ist immer da.








