Trans*Gender - Einflüsse der Hormontherapie auf die Sexualität

Florian Friedrich • 24. August 2025

Gesteigerte Libido durch das Testosteron bei trans*Männern

Eine Hormontherapie kann die Sexualität von trans* (trans*identen, trans*gender, transsexuellen, genderfluiden, diversen) Personen verändern. Wird etwa der Testosteronspiegel gesenkt, so kann die sexuelle Lust geringer werden, wird der Testosteronspiegel erhöht, dann kann die Lust zunehmen. Häufig erleben trans*Menschen diese Veränderungen ihrer Sexualität als positiv, mitunter aber auch als belastend, etwa wenn ein trans*Mann gerade keine Sexualität möchte und dann mit einer gesteigerten Libido zurechtkommen muss.

Cis Männer lernen im Laufe der Pubertät und Jugend innerhalb mehrerer Jahre, mit ihren sexuellen Bedürfnissen konstruktiv umzugehen und zurechtzukommen. Trans*Männer hingegen müssen innerhalb recht kurzer Zeit mit einer stärkeren Libido klarkommen. Diese Veränderungen in der Sexualität können auch eine bereits bestehende Partnerschaft bereichern und beleben oder aber auch belasten.



Lesen Sie in diesem Artikel, welche Einflüsse die Hormontherapie auf die Sexualität nehmen kann.

Trans* Personen: Hormontherapie und Sexualität

Einfluss auf Körper, Haut, Behaarung, Fettgewebe und den Geruch

Zudem haben die Hormone einen direkten Einfluss auf den Körper. Neben größeren körperlichen Veränderungen wie einer Umverteilung des Fettgewebes können sich auch der Geruch eines Menschen, die Beschaffenheit der Haut und die Körperbehaarung verändern. Dies wiederum kann zu Irritationen oder Abneigung beim/bei der Partne*in führen und die Paardynamik belasten.


Die Hormontherapie kann die sexuelle Orientierung erweitern

Auch die sexuelle Orientierung eines Menschen kann sich erweitern. D.h. nicht, dass sich die sexuelle Orientierung völlig verändert, aber wenn eine trans*Person bisher Männer liebte, erotisch nur Männer begehrte und sexuell auf Männer stand, dann kann es vorkommen, dass sie nun auch auf cis Frauen oder trans* oder non-binär lebende Menschen steht. Dabei bleibt zwar die ursprüngliche sexuelle Orientierung in der Regel bestehen, sie kann sich aber erweitern und öffnen.


Auswirkungen auf die erogenen Zonen und den Orgasmus

Eine Hormontherapie kann zudem dazu führen, dass sich die Sensibilität der Genitalien verändert. Die sensitiven Areale und erogenen Zonen können sich verschieben, Orgasmen können länger werden oder sich verkürzen.

Die Auswirkungen der Hormontherapie können sich im Laufe eines trans*identen Lebens mehrfach verändern, weshalb hier eine gute Kommunikation mit den behandelnden Ärzt*innen, Berater*innen und Psychotherapeut*innen wichtig ist. 


Vgl. Mari Günther, Kirsten Teren, Gisela Wolf: PSYCHOTHERAPEUTISCHE ARBEIT MIT TANS*PERSONEN. Handbuch für die Gesundheitsversorgung. München 2019, S. 153f. 

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