Toxischer Narzissmus und psychische Gewalt in der Partnerschaft

Florian Friedrich • 11. September 2025

Eine gute Selbstfürsorge entwickeln

Toxische Partnerschaften und Beziehungen sind dadurch gekennzeichnet, dass ich an eine*n Beziehungspartner*in gerate, der/die mein Selbstwertgefühl permanent durch offene oder subtile Manipulationen untergräbt, schwächt und vergiftet. Umso wichtiger ist es, dass ich an meinem Selbstwertgefühl arbeite, um mich nicht zu verlieren. Es ist dabei unabdingbar, dass ich mich vor der psychischen Gewalt meines/meiner Partner*in schütze, auf Distanz gehe und Selbstfürsorge, Anteilnahme für mich selbst und Trost entwickle. Vielen Menschen fällt es dabei schwer, genauso liebevoll, tröstend und gütig mit sich selber umzugehen, wie mit anderen Personen, vor allem dann, wenn sie Opfer von Gewalt sind.


Toxischer Narzissmus kann eine Partnerschaft massiv belasten und Sie als Partner*in psychisch gefährden. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie eine gute Selbstfürsorge entwickeln können, wenn Sie psychische Gewalt erleben.

Toxischer Narzissmus und psychische Gewalt in der Partnerschaft

Was sind toxische Beziehungen und was meint "toxisch"?

Wenn sich bösartige Täter-Anteile ausbilden

Es gibt berechtigte Kritik an dem Wort „toxisch“, weil es vorschnell verwendet und somit missbraucht wird. Als Psychotherapeut erlebe ich auch die perverse Täter*innen-Opfer-Umkehr, dass der/die gesunde Partner*in vom/von der Täter*in als „toxisch“ bezeichnet wird.


Eine schwierige oder konfliktreiche Partnerschaft ist nicht automatisch eine toxische Beziehung. Toxisch ist eine Partnerschaft oder zwischenmenschliche Beziehung aber dann, wenn sich giftige, maligne und bösartige Täter-Ich-Anteile ausbilden, die mich innerlich attackieren und vergiften. Es entwickeln sich dann „Ego-States“, d.h. wir verinnerlichen den/die toxische*n Beziehungspartner*in und werten uns dann selbst ab.

Macht mir z.B. mein*e Partner*in immer wieder Schuldgefühle, weil er/sie selbst zur Eifersucht neigt und nicht erwachsen damit umgehen kann, wenn ich mich mit guten Freund*innen treffe, dann verinnerliche ich im Laufe der Zeit meine*n eifersüchtige*n Partner*in und es bildet sich ein eifersüchtiger Ich-Anteil (Ego-State) aus. Der Feind ist dann sozusagen in den eigenen Reihen. Ich habe dann z.B. trotz körperlicher und emotionaler Treue Angst und Schuldgefühle, wenn ich mich mit guten Freund*innen treffe, und mein*e eifersüchtige*r Partner*in ist innerlich immer bei mir, spricht abwertend zu mir, macht mir Schuldgefühle und Angst.


Fragen zur Selbsterfahrung

Folgende Fragen zur Selbsterfahrung können Ihnen helfen, wenn sie in einer toxischen Beziehung leben:

  • Wie können mich andere Menschen am besten trösten, wenn es mir körperlich oder emotional schlecht geht, wenn ich z.B. Schuldgefühle habe und ich völlig verunsichert bin?
    Wie kann ich selbst andere am besten trösten?
  • Wie würde ich eine*n Freund*in trösten und ihr/ihm beistehen, wenn sie/er gerade in einer toxischen Partnerschaft lebt und es ihm/ihr schlecht geht?
  • Wie gehe ich mit mir selbst um, wenn es mir schlecht geht, wenn ich etwa Schmerzen habe oder schwierige Emotionen (etwa Angst, Schuldgefühle) spüre?
  • Wie könnte ich in Zukunft tröstender mit mir selbst umgehen, wenn es mir schlecht geht? Was könnte ich dann ganz konkret anders machen? Was brauche ich dann von mir selbst? Was brauche ich von anderen?
  • Gibt es Bilder, Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen, die mir dabei helfen können, mir selbst Trost zu spenden, wenn ich unter schmerzhaften Gefühlen leide (etwa Erinnerungen an getröstet-Werden, an liebevolle Trost-spendende Menschen, positive Gedanken und Affirmationen oder positive Visualisierungen, positive Ich-Anteile, innere Helfer*innen)?
  • Wenn ich morgen aufwachen und anteilnehmend und mitfühlend mit mir selbst umgehen würde, wie würde ich das als Erstes bemerken. Mein psychischer Schmerz wäre dann noch immer da, aber was würde ich dann anders machen, wenn ich voller Mitgefühl für mich selber wäre? Wie würden andere Menschen es bemerken, dass ich auf einmal mit Mitgefühl, Trost und Anteilnahme mit mir selbst umgehen würde? Wie würde so ein Tag voller Mitgefühl aussehen?
  • Gibt es jetzt bereits etwas, das ich voller Mitgefühl für mich selbst tun könnte?


Ein guter Umgang mit schwierigen Lebenssituationen

Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, hat sehr schön formuliert, dass wir den Bedingungen unserer Existenz (etwa Körper und Psyche) nicht völlig ausgeliefert sind, sondern uns als Menschen immer bewusst entscheiden können, wie wir damit umgehen. Lebe ich etwa in einer toxischen Partnerschaft und möchte mich (noch) nicht trennen, so kann ich lernen, mit den Lebensbedingungen in dieser Beziehung (personal und authentischer) umzugehen und zu handeln. Dies bezieht sich allerdings lediglich auf psychische Gewalt, bei körperlicher oder sexueller Gewalt bedarf es der Hilfe von außen: durch Polizei und Exekutive.

Filmtipp: "Toxic Relationship Signs"

In diesem Film erfahren Sie Warnzeichen für eine toxische Beziehung.

Die eigenen Kraftquellen und Stärken nutzen

Gerade dann, wenn Sie mit einem/einer toxischen Partner*in zusammenleben, ist es wichtig, den Blick wieder auf die eigenen Stärken, Ressourcen und Kraftquellen zu richten, um neuen Lebensmut zu fassen und um sich gestärkt, selbstbewusster und sicherer zu fühlen.


Fragen, um sich der eigenen Kraftquellen wieder bewusst zu werden:

  • Gibt es eine innere Stärke oder einen inneren Halt, der/die mich schon mein ganzes Leben lang begleitet?
  • Welche Kraftquellen habe ich früher genutzt?
  • Welche Kraftquellen haben mir in der Vergangenheit in schwierigen Zeiten geholfen, etwa in Zeiten von Krankheiten, Lebenskrisen oder wenn ich emotionale, seelische oder körperliche Schmerzen hatten?
  • Welche dieser Kraftquellen nutze ich heute nicht mehr?
  • Welche dieser Kraftquellen könnte ich heute wieder nutzen?
  • Wer könnte mir dabei helfen und was brauche ich dafür?
  • Was ist heute meine wichtigste Stärke und Ressource?
  • Welche Stärken/Ressourcen und Kraftquellen nutze ich bereits, um mit den schädlichen Bedingungen, Entwertungen und Angriffen meines/meiner Partner*in besser umzugehen oder mich davon abzulenken?
  • Was kann ich trotzdem noch immer genießen?
  • Was gibt mir unabhängig von meiner Partnerschaft Kraft, Sinn und ist wertvoll in meinem Leben?
  • Wer oder was kann mich dabei unterstützen (andere Menschen, Hobbys, Tiere, Kunst und Kultur, ein*e Psychotherapeut*in)?
  • Wen habe ich in schwierigen Lebenszeiten um Hilfe gebeten?
  • Was hat mich bisher in meinem Leben am meisten bereichert?


Schädliche Verhaltensweisen

Folgende Verhaltensweisen können dabei langfristig schädlich sein:

  • weniger arbeiten oder gar nicht mehr arbeiten gehen
  • weniger Tätigkeiten ausüben, die Freude machen, Spaß bereiten, Sinn geben oder als wertvoll erlebt werden
  • weniger soziale Kontakte und gutes gesellschaftliches Beisammensein pflegen
  • weniger Freundschaften und Beziehungen pflegen
  • sozialer Rückzug
  • vermehrter Missbrauch von Drogen, Alkohol und Medikamenten
  • Vermeidung, etwas Neues im Leben auszuprobieren
  • zu viele Pausen, zu viel Schlaf, zu viel ruhen und hinlegen
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Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
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Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Diese Podcastreihe versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird. Die 13 Folgen Rituelle Gewalt und Mind Control – Was wissen wir eigentlich? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Die Macht der Erinnerung Du bist nicht dein Zustand Wenn der Therapeut die Geschichte mitliefert Michaela Huber – Koryphäe, Einfluss und fachliche Kritik Valeria Petkova – Wenn Mind Control zur Erklärung wird Wenn Therapie zur Weltanschauung wird 9. Wenn Therapeut aussteigen – Schuld, Loyalität und der Weg zurück Wenn du als Klient aussteigen willst Wem gehört die Geschichte eines Menschen? Portugal, Netzwerke und die Internationalisierung einer therapeutischen Schule Von SPIEGEL bis zum goldenen Aluhut – Wenn Wissenschaft, Therapie und Medien aufeinanderprallen Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.
Cinematic conceptual illustration of a human silhouette standing in a dark, atmospheric room
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Rituelle Gewalt, Mind Control und falsche Erinnerungen: Eine psychotherapeutische und wissenschaftliche Einordnung von Trauma, Suggestion, Hypnose und Gedächtnis.