Trans*ident - Operationen (Mastektomie, Penoidaufbau) im Ausland

Florian Friedrich • 28. Oktober 2025

Kann ich chirurgische Maßnahmen zur Angleichung an mein Wunschgeschlecht im EU-Ausland machen?

Und werden diese Kosten von den Krankenkassen übernommen? 

Menschen, die trans* (trans*ident, transgender, transsexuell, agender, polygender, genderfluid, divers) sind, streben oft chirurgische geschlechtsangleichende Maßnahmen an, um sich ihrem Wunschgeschlecht äußerlich anzunähern. Diese OPs erfordern in der Regel ein hohes Maß an Spezialisierung bei den operierenden Ärzt*innen, die in Österreich nicht immer gegeben ist. Auch die Wartezeiten können mehrere Jahre sein. Grundsätzlich gibt es keine Verpflichtung, dass die österreichischen Krankenkassen für plastische und chirurgische Maßnahmen im EU-Ausland aufkommen müssen. Es gibt somit keine fixe Kostenübernahme. Meist werden Anträge für Operationen im Ausland von den Krankenkassen erst einmal defensiv abgelehnt.

Trans*ident - Kosten für Operationen im EU-Ausland

Mit Ausnahmen ist es aber dann doch möglich

Ich lerne in meiner Arbeit als Psychotherapeut immer wieder trans*Personen kennen, bei denen dennoch die Kosten für geschlechtsangleichende Maßnahmen, etwa für den Penoidaufbau, im Ausland übernommen werden. Denn gerade der Penoidaufbau bei trans*Männern erfordert ein hohes Maß an Spezialisierung und Erfahrung bei den operierenden Ärzt*innen in Österreich, und diese Spezialisierung ist hierzulande meist nicht vorhanden bzw. sind die Wartezeiten unzumutbar. Manchmal geht eine Kostenübernahme für Operationen im Ausland auch nur mit mehreren Gutachten, Stellungnahmen, mitunter auch mit Klagen gegen die jeweilige Krankenkasse.



Der Penoidaufbau und das Formular E 112

Beim Formular E 112handelt es sich um eine Bestätigung der Kostenübernahme für eine geplante Behandlung im EU-Ausland. Dieses erleichtert es EU-Bürger*innen, GEPLANTE Behandlungen (etwa Penoidaufbau, Mastektomie) auch im EU-Ausland vornehmen zu lassen. Grundsätzlich haben Sie nämlich in jedem EU-Land den Rechtsanspruch auf Gesundheitsversorgung, auch dann (und dies ist neu), wenn der Eingriff kein Notfall, sondern geplant ist. Damit sollen Lücken in der Gesundheitsversorgung geschlossen werden, die ja beim Penoidaufbau auf alle Fälle gegeben sind.


Wichtige Voraussetzungen sind:

  • Sie sollten immer Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse halten.
  • Die Behandlung muss medizinisch notwendig sein. Dies sollte in der Stellungnahme bzw. im Gutachten bestätigt werden. Da bei trans*Menschen der Leidensdruck extrem hoch ist, ist hier auf alle Fälle eine medizinisch-psychiatrische Notwendigkeit gegeben. Wichtig ist an dieser Stelle die medizinische Diagnose "Transsexualismus".
  • Die Behandlung ist in Österreich nicht rechtzeitig möglich. Dieser Punkt ist heikel, weil "rechtzeitig" ein schwammiger Begriff ist. Mehrere Jahre an Wartezeit rechtfertigen allerdings m.E. eine Operation im Ausland, vor allem dann, wenn Ihr psychischer Leidensdruck hoch ist.
  • Ein weiteres Argument ist die Spezialisierung einer Klinik, da es in Österreich nicht genug Spezialist*innen gibt. Es macht einen Unterschied, ob eine Spezialklinik in Deutschland hunderte Penoide in einem Jahr aufbaut oder ob eine österreichische Klinik nur ein paar derartige Operationen pro Jahr durchführt. Grundsätzlich muss nämlich von einem Zusammenhang zwischen den Fallzahlen und der Operationsqualität ausgegangen werden. Auch die Art und Weise der Operation, ein hohes medizinisches Risiko bei mangelnder Spezialisierung der österreichischen Ärzt*innen und der medizinische State of the Art sind wichtige Argumente für eine Operation im EU-Ausland.
  • Bleiben Sie freundlich, aber stur und hartnäckig. U.U. ist eine Stellungnahme/ein Gutachten sinnvoll, welches noch einmal Ihren Leidensdruck bestätigt und dass es unzumutbar für Sie ist, solange auf eine Operation warten zu müssen.
trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 16. Februar 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 21. Februar 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 25. April 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 4. Juli. 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
Somatopsychik – Wenn der Körper die Psyche beeinflusst
von Florian Friedrich 30. Januar 2026
Somatopsychik nach Gunther Schmidt: Wie der hypnosystemische Ansatz Körper & Psyche verbindet – verständlich erklärt & praxisnah.
Systemische Beratung und Therapie in Salzburg / Hamburg
von Florian Friedrich 27. Januar 2026
Hypnosystemisches Coaching Der hypnosystemische Ansatz geht auf den Arzt, Betriebswirten und Psychotherapeuten Gunther Schmidt zurück. Dieser war ein Schüler des Hypnotherapeuten Milton Erickson (1901-1980). Gunther Schmidt hat die lösungsorientierte systemische Familientherapie und Beratung mit der kompetenzaktivierenden Hypnotherapie Ericksons verbunden und damit die systemische Therapie massiv und nachhaltig weiterentwickelt. Gunther Schmidt ist ärztlicher Direktor der sysTelios Klinik , und er überzeugt mich von allen systemischen Therapeut*innen am meisten. Ich biete systemische und hypnosystemische Therapie, Beratung und Coaching in Salzburg und Hamburg an. Gerne komme ich auch in Ihren Betrieb. Existenzanalyse und Hypnosystemik Hören Sie den Podcast: Sounds of Science Spezial / Christian Kuhlmann, Alfried Längle & Gunther Schmidt - Hypnosystemik und Existenzanalyse
Hypnosystemische Psychotherapie
von Florian Friedrich 23. Januar 2026
Was ist Psychotherapie im hypnosystemischen Verständnis? Beratung, Coaching u nd Psychotherapie sind Wege, Menschen darin zu unterstützen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Psychotherapie bedeutet ursprünglich „Behandlung der Seele“ – im hypnosystemischen Ansatz (nach Gunther Schmidt) meint sie vor allem eine Begleitung von inneren und äußeren Veränderungsprozessen, die Leid lindern und Entwicklungsprozesse ermöglichen. Psychische Symptome werden dabei nicht primär als „Störungen“, sondern als sinnvolle Ausdrucksformen innerer Prozesse verstanden. Sie zeigen an, dass ein inneres System aus dem Gleichgewicht geraten ist oder dass wichtige Bedürfnisse bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden konnten. Psychotherapie unterstützt Sie darin, wieder Zugang zu Ihrer inneren Kompetenz, Selbstregulation und Lebendigkeit zu finden – zu jener Kraft und Energie, die Sie für ein erfülltes Leben benötigen.