Anorexia Nervosa / Magersucht - Psychologische Hilfe

Florian Friedrich • 29. August 2025

Magersucht ist eine lebensbedrohliche Störung

Bei der Magersucht handelt es sich um eine schwere psychische Erkrankung, die mit einem hohen Leidensdruck für die Betroffenen, ihre Familien und Angehörigen einhergeht.


Ich biete Psychotherapie und psychologische Hilfe bei Anorexia Nervosa an.

Magersucht - Psychotherapie Salzburg/Hamburg

Diagnose und Erscheinungsbild der Magersucht

Nach DSM-5 (der fünften Auflage des "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“) bedarf es folgender Symptome, damit eine Magersucht diagnostiziert werden kann:

  • die Weigerung, das Minimum des für das Alter und der Körpergröße normalen Körpergewichtes zu halten (weniger als 85 %, BMI ≤17,5) und eine Restriktion der Nahrungsaufnahme, 
  • eine ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme oder davor, dick zu werden, obwohl Untergewicht besteht,
  • eine Störung in der Wahrnehmung der eigenen Figur und des Gewichtes sowie eine übermäßige Abhängigkeit der Selbstbewertung von Figur und Gewicht oder Leugnen des Schweregrades des geringen Körpergewichts.


In der ICD-10 (der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ in ihrer zehnten Revision) werden zwei Subtypen von Magersucht unterschieden: 

  • F 50.0 Anorexia nervosa
  • F 50.01 Anorexie mit aktiven Maßnahmen zur Gewichtsabnahme (selbst herbeigeführtes Erbrechen, oder Missbrauch von Laxanzien, Diuretika, Klistieren)


Typische Verhaltensweisen bei der Magersucht sind, dass die betroffenen Menschen absichtlich Nahrungsmittel verweigern, um an Gewicht zu verlieren. Auch machen viele der davon Betroffenen übertrieben viel Sport, missbrauchen Appetitzügler, kontrollieren viele Male am Tag ihr Gewicht, täuschen vor, zu essen, zeigen immenses Interesse an Essen, Ernährung und Kochen und vermeiden oft sexuelle Aktivitäten. Den Mitmenschen erscheinen Personen, die unter Magersucht leiden, ruhelos, getrieben, manchmal auch stark und stolz, verbissen und verachtend (narzisstisch) gegenüber Menschen, die weniger diszipliniert sind, leistungsorientiert, leer, reizbar und deprimiert. 

Filmtipp: "Magersucht: So überwindet Tim die Essstörung"

Magersucht ist unter Männern selten zu finden, sie tritt gehäuft bei jungen, schwulen Männern auf.

Anamnese und Gründe in der Lebensgeschichte / Homosexualität

In der Biografie der Betroffenen finden sich gehäuft folgende Einflüsse aus der Familie oder von anderen Bezugspersonen:

  • Menschen, die eine Magersucht entwickeln, haben oft schon früh zu viel Verantwortung übernommen, u.a. auch für die eigenen Eltern. Oft haben sie sich mit der Mutter verbündet oder wurden von den Eltern emotional und psychisch missbraucht, u.a. auch als Partner*innenersatz, als Vorzeigekind oder zum Kitten einer unglücklichen Ehe der Eltern. Sie mussten schon früh dem Bild der Eltern entsprechen und eigene Bedürfnisse und Gefühle unterdrücken. Somit ist ihr Identitätsgefühl schwach ausgeprägt, und sie wissen nicht, wer sie sind. Die Betroffenen haben Angst vor der weiten Welt und dem selbständigen Leben außerhalb der Familie.
  • Unter homosexuellen und bisexuellen Männern tritt Magersucht wesentlich häufiger auf als unter heterosexuellen Männern.  Eine von vielen Ursachen kann die Ablehnung der eigenen Homosexualität/Bisexualität sein (verinnerlichte Homonegativität/Homophobie), die mit Selbsthass, Selbstabwertung, einem geringen Selbstwert, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und innerer Leere einhergeht. Die betroffenen Männer versuchen ihre psychischen Probleme durch die Magersucht zu kompensieren.


Psychodynamik der Magersucht - Narzissmus und Sexualität

Menschen, die unter Magersucht leiden, neigen zu Perfektionismus und rigidem Denken. Sie haben Angst vor Kontrollverlust, ein niedriges Selbstwertgefühl und schränken Ihr Leben auf die Themen von Ernährung und Gewicht ein. Mitunter leben sie sozial zurückgezogen, und ihre Stimmung kann schnell wechseln. Zwanghafte, depressive, histrionische und narzisstische Züge sind nicht selten. So könnte das unbewusste Muster einer Person, die unter Anorexia Nervosa leidet, sein: „Nur wenn ich großartig in der Nahrungsverweigerung bin, bin ich etwas wert und stärker und disziplinierter als die anderen. Dadurch kann ich mich selbst aufwerten“.


Der Magersucht liegen fast immer schwere Bindungsstörungen und tiefgehende Entwicklungskonflikte zugrunde. Es geht hierbei um die mangelnde weibliche (oder männliche) Geschlechtsidentität, aber auch um Kontrolle, weshalb der Magersucht etwas Narzisstisches anhaftet. Denn es geht um Macht und Kontrolle über den Hungertrieb und den eigenen Leib, aber auch um Macht über die Eltern, die sich nun Sorgen wegen der lebensbedrohlichen Erkrankung machen.

Auch unbewusster Hass auf die Mutter und die vorbewusste Haltung, als Frau keinesfalls wie die eigene Mutter werden zu wollen, finden sich bei vielen magersüchtigen Mädchen und Frauen. Deshalb beginnt die Magersucht meist schon in der Pubertät, also dann, wenn sich das Mädchen körperlich und psychosexuell zur Frau entwickeln sollte.

Des Weiteren kann ein gestörtes Verhältnis zum Vater eine Ursache der weiblichen Magersucht sein, vor allem dann, wenn der Vater eine narzisstische Persönlichkeit ist und ein sexistisch-patriarchalisches Frauenbild hat.


Schädliches Verhalten des Vaters als Ursache

Folgende vergiftende Verhaltensweisen können Mädchen in die Magersucht treiben:

Wenn der Vater

  • die Entwicklung seiner Tochter zur Frau abwertet
  • seine Tochter sexualisiert
  • sich psychisch oder sexuell übergriffig verhält
  • sexuelle oder schlüpfrige Anspielungen macht


Auf diese Weise entwickeln Mädchen einen langfristig schädlichen Selbstschutz gegen die erwachsene Identität als Frau, gegen die erwachsene weibliche Sexualität und eine Abgrenzung gegenüber den Eltern: die Magersucht und das Verweigern jeglicher Nahrung.

Film: "Magersucht (Anorexia Nervosa) - Das Wichtigste über Symptome, Ursachen und Therapie"

Körperliche Symptome der Magersucht zeigen sich u.a. in:

  • einer niedrigeren Körpertemperatur und raschem Frieren
  • Veränderungen im Herz- und Kreislaufsystem
  • einem verlangsamten Metabolismus
  • Veränderungen der Haare, der Haut, vermehrtem Wollhaar (Lanugo Behaarung) oder Haarausfall
  • Störungen des Hormonhaushaltes
  • einem geschwächten Immunsystem, d.h. einem höheren Risiko für Infektionskrankheiten
  • Störungen der Konzentration und des Schlafes
  • vermehrter Müdigkeit
  • Elektrolytstörungen
  • Verstopfungen und Problemen beim Stuhlgang
  • Eiweißmangel und niederen Gesamteiweißwerten und damit einhergehenden Ödemen
  • einem BMI (Body-Mass-Index) unter 17,5 
  • Veränderungen beim EKG (Elektrokardiogramm)
  • Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse und der Schilddrüsenachse
  • erhöhten Werten des Wachstumshormons
  • Osteoporose

Der harte Weg aus der Magersucht – Essstörungen bei jungen Frauen

Diese Dokumentation begleitet zwei junge Frauen auf ihrem Weg aus der Magersucht.

Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Florian Friedrich 13. September 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
Rituelle Gewalt und Mind Control  - Podcast
von Florian Friedrich 13. September 2026
Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Diese Podcastreihe versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird. Die 13 Folgen Rituelle Gewalt und Mind Control – Was wissen wir eigentlich? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Die Macht der Erinnerung Du bist nicht dein Zustand Wenn der Therapeut die Geschichte mitliefert Michaela Huber – Koryphäe, Einfluss und fachliche Kritik Valeria Petkova – Wenn Mind Control zur Erklärung wird Wenn Therapie zur Weltanschauung wird 9. Wenn Therapeut aussteigen – Schuld, Loyalität und der Weg zurück Wenn du als Klient aussteigen willst Wem gehört die Geschichte eines Menschen? Portugal, Netzwerke und die Internationalisierung einer therapeutischen Schule Von SPIEGEL bis zum goldenen Aluhut – Wenn Wissenschaft, Therapie und Medien aufeinanderprallen Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.
Im Zentrum steht eine transparente menschliche Kopf-Silhouette.
von Florian Friedrich 13. September 2026
Rituelle Gewalt, Mind Control und False Memory: Warum therapeutische Erklärungen sorgfältig geprüft werden müssen In der Psychotherapie begegnen Fachleute immer wieder Menschen mit intensiven Ängsten, körperlichen Reaktionen, Erinnerungslücken, Albträumen oder schwer einzuordnenden inneren Zuständen. Solche Erfahrungen können zutiefst belastend sein und verdienen eine ernsthafte therapeutische Begleitung. Gleichzeitig stellt sich eine zweite, fachlich anspruchsvolle Ebene: Welche Bedeutung wird diesen Erfahrungen gegeben? Gerade dort, wo es um rituelle Gewalt, Mind Control oder vermeintlich verdrängte Erinnerungen geht, können Erklärungsmodelle eine besondere Macht entwickeln. Aus einer zunächst möglichen Hypothese kann schrittweise eine Gewissheit werden. Und aus einer Gewissheit kann schließlich eine umfassende Erklärung für die eigene Lebensgeschichte entstehen.
Körperbasiert reguliert - Podcast
von Florian Friedrich 12. September 2026
Willkommen zu deinem 52-wöchigen Jahres-Curriculum für somatische Selbstregulation.