Körperbasiert reguliert - Podcast
Der somatische Kompass – Dein 52-Wochen-Curriculum für Nervensystem-Regulation & verkörperte Resilienz
Warum scheitern so viele Versuche, Stress, Ängste oder Erschöpfung rein mental über den Kopf zu lösen? Weil unser autonomes Nervensystem im Alarmmodus keine logischen Argumente versteht. Wenn der Körper in alten Überlebensschleifen wie Kampf, Flucht oder Erstarrung (Freeze) feststeckt, braucht er das spürbare Erleben von biologischer Sicherheit.
Mit diesem 52-wöchigen Audio-Jahreskurs biete ich dir eine strukturierte, rein praxisorientierte Audiothek der Selbstregulation. Als approbierter Psychotherapeut mit dem Schwerpunkt Trauma- und Körperarbeit verbinde ich hier die wirksamsten, evidenzbasierten Ansätze aus vier großen Welten:
- Der fundierten Körperpsychotherapie
- Modernen Embodiment-Verfahren
- Den unbewussten Fokussierungsprozessen der Hypnosystemik
- Den biologischen Entladungsprinzipien des Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine
Das Besondere an diesem Programm: Die Stimme als Instrument der Heilung
Neben meiner therapeutischen Approbation fließt meine langjährige Erfahrung als
professioneller Schauspieler, Sprecher und Sänger in dieses Projekt ein. In der Traumatherapie wissen wir, wie essenziell die Tonalität für die Beruhigung des Vagusnervs ist. Durch die bewusste Nutzung von stimmlicher Resonanz, Rhythmus und radikaler Verlangsamung fungiert dieses Audio-Curriculum als direkter Co-Regulator für dein System. Jede der Episoden ist eine wohltuende Praxis, die von tiefen, regenerativen Spürpausen lebt.
Was dich auf dieser Reise erwartet:
- Die Festung der Sicherheit: Fundierte Praxis zu visueller Orientierung, Grounding (Erdung) und Containment (Grenzwahrnehmung).
- Das SIBAM-Modell in Aktion: Das Entwirren von Körperreizen (Sensations), inneren Bildern (Images) und Emotionen (Affect), um Dissoziation und Kopfkino zu stoppen.
- Die Polyvagal-Praxis & Überlebensschleifen: Effektive Vagusnerv-Stimulation (wie das viszerale „Voo“-Tönen), das sanfte Lösen von Freeze-Zuständen und das Ausleiten von Alltagsstress durch somatisches Shaking.
- Bindung & Alltags-Souveränität: Die Stärkung deiner gesunden Grenzkraft (Push-the-Wall), die Regulation von Scham und das Erweitern deines Stresstoleranzfensters (Window of Tolerance).
Beginne noch heute und lerne, die Sprache deines Körpers neu zu verstehen. Frei von Leistungsdruck, wissenschaftlich fundiert und zutiefst verkörpert.
Hinweis zum Markenschutz & Rechtliches: Die in diesem Programm genutzten Übungen sind von der Somatic Experiencing® Methode inspiriert. Es besteht keine offizielle Zertifizierung oder vertragliche Partnerschaft mit den Markeninhabern des Somatic Experiencing®.
Dieses kostenfreie Selbsterfahrungs- und Präventionsangebot kann und will keine psychotherapeutische Individualbehandlung oder Traumatherapie ersetzen.

Den Raum betreten – Wie du über Orientierung dein Nervensystem beruhigst
Fühlst du dich oft kopflastig, gestresst oder innerlich unruhig?
In dieser ersten Episode unseres somatischen Jahres-Curriculums lernst du das biologische Fundament der Selbstregulation kennen: die visuelle Orientierung (Exterozeption) nach Dr. Peter Levine (Somatic Experiencing). Wenn wir unter Dauerstress stehen, scannt unser Gehirn unbewusst die Umgebung nach Gefahren ab. Durch bewusst verlangsamte Augen- und Nackenbewegungen senden wir ein direktes Signal an das Stammhirn: Hier und jetzt bin ich in Sicherheit. Erfahre in dieser geleiteten Audio-Session, wie du die gedankliche Dauerschleife stoppst und sofortige Entlastung im Körper spürst.
In dieser Folge:
- Die Neurobiologie von Stress und visuellem Scannen
- Anleitung zur somatischen Orientierung im Raum
- Praxis mit tiefen Integrationspausen
Somatische Reise, Teil 2: Grounding und Erdung
Grounding bedeutet, wieder stärker in Kontakt mit dem eigenen Körper und dem Boden unter sich zu kommen. Gerade bei Stress, Anspannung und hoher gedanklicher Aktivität kann die Aufmerksamkeit zunehmend im Kopf gebunden sein, während die unmittelbare Körperwahrnehmung in den Hintergrund tritt.
Diese zweite Folge der Somatischen Reise widmet sich deshalb dem Bodenkontakt. Die Übung lenkt die Aufmerksamkeit zu den Füßen, zum Becken und zu den Körperstellen, die von einer Unterlage getragen werden. Schwerkraft, Gewicht, Druck und Gegendruck werden dabei zu einfachen Orientierungspunkten für die Körperwahrnehmung.
Es geht nicht darum, einen bestimmten Zustand erzwingen zu müssen. Im Mittelpunkt steht vielmehr das neugierige Wahrnehmen kleiner körperlicher Veränderungen und die Möglichkeit, dem eigenen Körper wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Die kurze Grounding-Übung kann im Sitzen, Stehen oder Liegen durchgeführt werden und lässt sich leicht in den Alltag integrieren.
Die Folge ist Teil einer fortlaufenden somatischen Reise, die verschiedene Möglichkeiten der Körperwahrnehmung, Orientierung und Selbstregulation erkundet. Nach der Orientierung über die Augen in Teil 1 folgt mit Grounding nun der Bodenkontakt. In Teil 3 geht es um Containment und die Wahrnehmung einer schützenden Grenze.
Schwerpunkte: Grounding, Erdung, Körperwahrnehmung, Nervensystem, Stressregulation, somatische Körperarbeit, Trauma und Körper, Selbstregulation und Orientierung.
Reizüberflutung stoppen mit „Containment“ (Somatische Reise #3)
Fühlst du dich im Alltag oft gestresst, energetisch ausgefranst oder von den Reizen der modernen Welt komplett überfordert? Häufig liegt das daran, dass wir das intuitive Gefühl für unsere eigenen körperlichen Grenzen verloren haben.
In diesem Video (Teil 3 unserer somatischen Reihe) zeigt dir Traumatherapeut Mag. Florian Friedrich die hocheffektive Akutübung des sogenannten Containments (Körper-Container). Du lernst eine einfache Methode aus der Körperpsychotherapie, mit der du deinem autonomen Nervensystem sofort spürbaren Schutz signalisierst.
Indem du deine eigenen Hände nutzt, sendest du deinem Gehirn eine klare biologische Rückmeldung: „Hier drinnen bin ich, und dort draußen ist die Welt.“ Das schafft schnellen Schutz im Alltag und hilft dir, intensive Emotionen wie Angst oder Stress sicher im eigenen Körper zu halten, ohne von ihnen überflutet zu werden.
Nervensystem regulieren: Die Kraft des Pendelns im Somatic Experiencing (Somatische Reise #4)
Fühlen Sie sich im Alltag oft innerlich getrieben, blockiert oder von Ihren eigenen Körperempfindungen überwältigt? Wenn Stress, Überlastung oder traumatische Folgesymptome überhandnehmen, neigt unser Nervensystem dazu, sich zu fixieren. Die Aufmerksamkeit verengt sich unwillkürlich auf das Unangenehme – sei es der Kloß im Hals, der Druck auf der Brust oder eine chronische Muskelanspannung.
In der 4. Episode unserer somatischen Reise holen wir die natürliche Flexibilität Ihres Körpers zurück. Sie lernen ein hocheffektives Werkzeug kennen, das auf einem der absoluten Herzstücke des Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine basiert: dem Prinzip des Pendelns.
Die biologische Elastizität des Körpers wiederherstellen
Die Natur funktioniert ausnahmslos in Rhythmen, Zyklen und Wellen – wie Tag und Nacht, Ein- und Ausatmen oder Ebbe und Flut. Beim bewussten somatischen Pendeln bringen wir genau diese Dynamik zurück in Ihren Organismus. Wir wandern mit der Aufmerksamkeit ganz behutsam hin und her:
Von einer Stelle im Körper, die sich aktuell eng, gestresst oder unruhig anfühlt … zu einer anderen Zone, die vollkommen neutral, ruhig, weicher oder angenehm warm ist. Durch diesen gezielten Kontrast zeigen wir dem Stammhirn, dass unangenehme Zustände nicht dauerhaft sind. Sie nehmen die erwachsene Steuerposition über Ihre Aufmerksamkeitsfokussierung ein. Das erweitert schrittweise Ihr Toleranzfenster, sodass Sie schwierige Emotionen und Körpersensationen sicher halten können, ohne von ihnen überflutet zu werden.
Das erwartet Sie in dieser angeleiteten Audio-Sitzung:
Achtsame Raumorientierung: Aktivierung des peripheren Sehens zum neurobiologischen Ankommen im Hier und Jetzt. Erspüren neutraler Zonen: Auf Spurensuche nach den kleinen, oft unscheinbaren Wohlfühlorten in Ihrem Körper (wie den Ohrläppchen oder Zehen).
Angeleitetes Pendeln: Begleitung beim sanften Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung in der Haltung eines wertfreien Feldforschers.
Alltags-Transfer: Wie Sie das innere Pendeln den ganzen Tag über nutzen können, sobald sich Stress oder Enge bemerkbar machen.
Erlauben Sie Ihrem System aufzuatmen. Sie sind nicht in der Enge gefangen – Sie halten das Pendel selbst in der Hand.
Vagusnerv stimulieren: Nervensystem beruhigen durch Wutönen (Somatische Reise #5)
Wie lassen sich tiefe körperliche Blockaden, diffuse Ängste und akuter Stress effektiv im Alltag lösen?
In der 5. Folge meiner Podcastreihe „Somatische Reise“ stelle ich Ihnen ein mächtiges Werkzeug vor, das direkt auf Ihre Biologie wirkt und physisch tief in Ihre Organe hineinreicht: Ihre eigene Stimme.
Wenn unser autonomes Nervensystem unwillkürlich in den Alarm-, Kampf- oder Freeze-Modus schaltet, zieht sich die glatte Muskulatur im Körperinneren sofort zusammen. Wir spüren dann den bekannten, quälenden Knoten im Magen, Atemnot oder eine beklemmende Enge im gesamten Brustkorb.
Das sogenannte Wutönen – eine Methode, die vom Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine inspiriert ist – setzt an. Durch ein tiefes, langes Ausatmen auf den Klang „Wu“ oder ein bewusstes, sonores Summen erzeugen wir eine spürbare physische Schallvibration. Dieses feine Vibrieren erinnert an ein tiefes Nebelhorn und massiert Ihre inneren Organe direkt von innen heraus. Diese viszerale Rückmeldung stimuliert den ventralen Vagusnerv und signalisiert dem Stammhirn blitzschnell: „Die Gefahr ist vorbei, du bist sicher.“
In dieser angeleiteten Session lernen Sie diese wirksame Akutübung zur Selbstregulation Schritt für Schritt kennen. Dabei erfahren Sie auch, wie eine tiefe Tonfrequenz als beruhigende „limbische Sprache“ auf Ihr Gehirn wirkt und warum Ihr Tonfall das Nervensystem weitaus schneller reguliert als reine Logik. Erlauben Sie Ihrem Körper aufzuatmen, Verspannungen zu lösen und neue Kraft aus der Tiefe zu schöpfen.
Stress & Angst dosieren: Das Prinzip der Titration (Somatische Reise #6)
Wie lassen sich überwältigende Ängste, Stress und Traumafolgesymptome abbauen, ohne von ihnen überschwemmt zu werden?
In der 6. Folge meiner Podcastreihe „Somatische Reise“ widmen wir uns einem der wichtigsten Sicherheitskonzepte des Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine: dem pharmakologischen und chemischen Prinzip der sogenannten Titration (feine Dosierung).
Wenn wir unter akuter Belastung oder innerer Unruhe leiden, fühlen sich körperliche Phänomene wie Enge, Druck oder Taubheit oft bedrohlich groß an – wie eine gigantische, unkontrollierbare Welle. Der instinktive Impuls unseres Gehirns ist es dann, diese Zustände komplett wegzudrücken oder sich von ihnen überfluten zu lassen. Beide Wege verhindern jedoch eine heilsame Verarbeitung im autonomen Nervensystem.
Bei der Titration gehen wir in der Körperpsychotherapie den umgekehrten Weg. Wir betrachten das unangenehme Gefühl nicht als Ganzes, sondern widmen uns in dieser Praxisübung nur einem winzigen, mikroskopisch kleinen Tropfen davon. Wir berühren in der Haltung eines wertfreien Feldforschers mit sicherem Abstand lediglich den äußersten, feinen Rand der Empfindung.
Durch diese präzise Dosierung wird die im Körper gebundene Stressenergie für das Stammhirn verdaubar. In dieser angeleiteten Session lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie über ein stabiles Basislager im eigenen Körper (Homebase) und einen imaginären Dimmerschalter die Intensität regulieren. Ihr Nervensystem lernt eine fundamentale Lektion: Belastende Zustände dürfen da sein, aber sie brauchen nicht mehr den ganzen Organismus einzunehmen. Sie gewinnen die Macht über Ihren Fokus zurück.
Stress einfach abschütteln: Das evolutionäre Geheimnis gegen Alltagsstress (Somatische Reise #7)
Ein anstrengendes Telefonat, Hektik im Job oder dichter Verkehr – und plötzlich zieht sich innerlich alles zusammen. Der Kiefer verhärtet sich unbewusst, die Schultern wandern nach oben und die Atmung wird flach. Als Reaktion auf chronischen Alltagsstress unterdrücken wir in unserer modernen Gesellschaft meist den natürlichen Impuls zu kämpfen oder zu fliehen. Wir reißen uns mühsam zusammen und verharren starr auf unserem Stuhl, wodurch die biologische Stressladung als chronische Verspannung tief in unseren Muskeln und Faszien stecken bleibt.
Wildtiere wie die Antilope machen uns vor, wie echte Regulation funktioniert: Nach einer überstandenen Gefahr schütteln sie ihren Körper kräftig durch, um die Hormone Adrenalin und Cortisol mechanisch aus dem Nervensystem abzuleiten. Genau diese verloren gegangene Kompetenz holen wir uns in dieser Folge der Somatischen Jahresreise gemeinsam in den Körper zurück.
In dieser praktischen Anleitung führe ich dich Schritt für Schritt durch eine intensive Reinigung von Kopf bis Fuß. Wir starten mit einem sanften Federn aus den Knien, lassen die Bewegung größer werden und schütteln die Last des Tages systematisch über die Hände, Arme und Schultern ab. Indem wir den Unterkiefer locker hängen lassen und die Stimme über freie Töne dazunehmen, lösen wir gezielt die tiefe, unbewusste Spannung im Zwerchfell und verbinden das autonome Nervensystem wieder mit dem Atem.
Danach lassen wir die Bewegung wilder werden, bis der gesamte Bauch, das Gesäß und die Beine mitvibrieren. Es geht hierbei nicht um Performance, Anmut oder einen ästhetischen Tanz, sondern um eine reine biologische Entladung, bei der der Frust über die Füße in den Boden abfließen darf. Jedes Kribbeln, Strömen oder jede wohlige Wärme beim anschließenden achtsamen Nachspüren in der Stille ist das direkte Signal deines Vagusnervs für: „Ich bin im sicheren Hafen angekommen, die Gefahr ist vorbei.“ Nutze dieses Somatic Shaking als dein treuestes Erste-Hilfe-Werkzeug, wann immer die innere Unruhe dich einholt.
Gedankenkarussell stoppen: Der Schmetterlingsgriff bei Stress und Sorgen (Somatische Reise #8)
Wenn der Kopf unaufhörlich kreist, Sorgen querschießen oder du dich innerlich zerrissen fühlst, arbeiten die beiden Gehirnhälften oft nicht mehr synchron. Die logische linke Seite und die emotionale rechte Seite deines Gehirns feuern wild durcheinander.
In dieser Episode meiner somatischen Übungsreihe zeige ich dir ein wunderbares, sanftes Werkzeug aus der modernen Traumatherapie: den Schmetterlingsgriff (auch bekannt als Butterfly Hug).
Wie wirkt die Übung?
- Mithilfe der sogenannten bilateralen Stimulation aktivieren wir abwechselnd die linke und rechte Körperhälfte. Diese rhythmischen, taktilen Impulse über das Nervensystem:
- Bauen neuronale Stressladungen direkt im Hier und Jetzt ab.
- Fahren die Hyperaktivität der Amygdala (unseres Angstzentrums) herunter.
Stimulieren den Vagusnerv und wirken wie eine beruhigende Wiegebewegung für dein autonomes Nervensystem.
Mach es dir im Sitzen bequem, lass uns gemeinsam atmen, klopfen und dein System regulieren.
FAQs
Wie oft kann ich die Übung machen?
Du kannst den Schmetterlingsgriff täglich nutzen – präventiv morgens, bei akutem Stress im Büro oder abends zum Einschlafen.
Was mache ich, wenn Emotionen hochkommen?
Das ist völlig normal. Die bilaterale Stimulation löst festsitzende Ladung. Lass die Tränen oder das Seufzen einfach zu. Wenn es dir zu viel wird, öffne die Augen und lege die Hände flach auf die Oberschenkel.
Stress und Angst abbauen: Der somatische Wohlfühlort bei Überforderung (Somatische Reise #9.1)
Wo flüchtest du hin, wenn die Welt da draußen zu laut, zu bedrohlich oder einfach zu viel wird? Viele von uns versuchen, vor dem Alltagsstress wegzulaufen – flüchten in Ablenkungen, Arbeit, Konsum oder den endlosen Scroll auf dem Smartphone. Doch die einzige Zuflucht, die du wirklich immer bei dir trägst, ist dein eigener Körper. Denn ohne deinen Körper kommst du schlichtweg nicht durch die Tür.
In dieser Episode bauen wir gemeinsam an deinem inneren Wohlfühlort – und zwar auf eine völlig neue, körperorientierte Weise.
Der hypnosystemische Ansatz: Was ist somatische Resonanz?
Vielleicht kennst du die Übung des „sicheren Ortes“ aus klassischen Meditationen, bei denen man sich rein mental an einen schönen Strand träumt. Für ein hoch gestresstes Nervensystem reicht das jedoch oft nicht aus: Unser Gehirn entlarvt das reine Bild schnell als bloße Illusion.
In dieser tiefen Form der Körperarbeit machen wir es anders:
- Neuronale Realität: Sobald wir eine angenehme Vorstellung mit einer realen körperlichen Empfindung verknüpfen (z. B. ein weicherer Kiefer, Wärme im Bauch oder Weite im Brustkorb), wird die Ressource physisch im Gewebe real.
- Biologische Verankerung: Dein Nervensystem unterscheidet nicht mehr zwischen der echten Erfahrung und der verkörperten Erinnerung. Das verändert aktiv die Frequenz deines vegetativen Nervensystems und stärkt nachweislich dein Immunsystem.
- Erwachsene Kompetenz: Ich spreche bewusst vom Wohlfühlort und nicht vom sicheren Ort. Denn reine Sicherheit ist zu wenig – es geht immer auch um deine Handlungsfähigkeit und Autonomie.
Mach es dir im Sitzen bequem, nimm eine stabile, aufrechte Körperhaltung ein und lass uns deinen ganz persönlichen Wohlfühlort im Hier und Jetzt betreten.
Dein somatischer Wochenimpuls:
Besuche diesen Ort einmal am Tag für nur zwei Minuten. Suche zuerst das Bild im Kopf und spüre dann ganz genau hin, wo die dazugehörige, minimale Wohlbefindens-Stelle in deinem Organismus sitzt. Je öfter du diesen Pfad im Gehirn gehst, desto schneller wird er im Alltag bei Stress oder unangenehmen Situationen vollautomatisch abrufbar.
Nervensystem regulieren: Die hypnotherapeutische 5-4-3-2-1 Methode (Somatische Reise #9.2)
Wo flüchtest du hin, wenn die Welt da draußen zu laut, zu bedrohlich oder einfach zu viel wird? Viele von uns versuchen, vor dem Alltagsstress wegzulaufen – flüchten in Ablenkungen, Arbeit oder das Smartphone. Doch die einzige Zuflucht, die du wirklich immer bei dir trägst, ist dein eigener Körper.
In dieser Episode tauchen wir tiefer in die Welt der Hypnosystemik und Hypnotherapie ein. Ich zeige dir, wie du über eine gezielte hypnotherapeutische Sinnesaktivierung dein Nervensystem blitzschnell beruhigen oder – wenn du müde bist – wieder voller Lebendigkeit und Frische aufladen kannst.
Das Prinzip dahinter (VAKOG)
Wir nutzen die bewährte 5-4-3-2-1 Methode über alle deine Sinneskanäle, um festsitzenden Stress im Hier und Jetzt abzubauen. Indem du nacheinander Dinge benennst, die du an deinem inneren Ort wahrnimmst, synchronisierst du deine Aufmerksamkeit und verankerst dein Gehirn komplett im gewünschten Zustand.
Das Geniale daran: Du kannst diese Übung flexibel steuern!
- Suchst du Entspannung und Ruhe? Dann wählst du einen friedlichen Ort (wie einen einsamen Strand) im Slow-Motion-Modus, um deinen Vagusnerv zu stimulieren.
- Suchst du Lebendigkeit und Energie? Dann wählst du eine dynamische Situation (wie eine Achterbahnfahrt) mit aufrechter Körperhaltung, um Frische und neue Kraft zu aktivieren.
Mach es dir im Sitzen bequem und probiere aus, welche Bilder und Sinnesreize für dein System gerade am besten funktionieren!
FAQ:
Was mache ich, wenn meine inneren Bilder nicht zu den Beispielen im Video passen?
Das ist völlig in Ordnung. Ich leite die Übung am Beispiel meines eigenen inneren Ortes an. Wenn meine Bilder, Geräusche oder Gerüche nicht zu dir passen, ersetzt du sie im Prozess ganz einfach durch deine ganz persönlichen Wohlfühlorte.
Wie flexibel ist die Methode im Alltag einsetzbar?
Extrem alltagstauglich! Du kannst sie wahlweise mit offenen oder geschlossenen Augen durchführen. Je mehr neuronale Strategien wir zur Selbstregulation beherrschen, desto resilienter kommen wir durch den stressigen Alltag.
Grenzen setzen lernen: Die somatische „Push the Wall“-Übung (Somatische Reise #10)
Fällt es dir im Alltag schwer, Nein zu sagen? Spürst du oft erst viel zu spät, wenn jemand eine Grenze bei dir überschritten hat? Viele Menschen versuchen, Grenzen rein mental zu setzen. Sie sagen sich im Kopf: „Bis hierher und nicht weiter!“ Doch wenn dein autonomes Nervensystem im biologischen Alarmzustand ist, kommt dieses Signal im Körper nicht mehr an. Denn eine echte Grenze ist kein abstrakter Gedanke. Eine echte Grenze ist eine körperliche Realität.
In dieser Episode holen wir deine biologische Grenzkraft zurück in deinen Organismus und in deine Muskeln!
Das Prinzip hinter der Übung
Wenn wir in der Vergangenheit Situationen erlebt haben, in denen wir uns nicht wehren konnten, friert diese blockierte Energie im Körper ein. Der biologische Impuls, die Hände hochzunehmen und „Halt, Stopp!“ zu sagen, wurde unterbrochen. Die Folge im Alltag: Entweder kollabiert unser Muskeltonus und wir geben nach (Shutdown) oder wir reagieren völlig über und explodieren vor Wut (Übererregung). Uns fehlt das gesunde, kraftvolle Dazwischen aus der eigenen Mitte.
Mit der hocheffektiven „Push the Wall“-Übung nutzen wir eine Wand als physischen Widerstand, um deinem Nervensystem eine fundamentale Erfahrung zurückzugeben:
Körperliche Handlungsfähigkeit: Du zeigst deinen Muskeln ganz real, dass du Druck standhalten kannst.
- Gesunder Nervensystem-Tonus:
- Die Übung richtet deine Wirbelsäule auf und holt dich aus der Ohnmacht.
- Das Handflächenparadigma: Lerne, wie du Abgrenzungstendenzen im Gehirn bahnst – sogar ganz ohne Wand, rein über die Imagination.
Such dir eine freie Wand im Raum, nimm eine stabile, elastische Haltung ein und aktiviere deine unumstößliche Kraft des STOPPS!
Der Notfall-Hack für den Alltag:
Stehst du vor einem schwierigen Gespräch, einer wichtigen Gehaltsverhandlung oder musst du als Führungskraft eine klare Grenze ziehen? Wenn dich das Gefühl der Ohnmacht übermannt, zieh dich kurz in einen leeren Raum oder auf die Toilette zurück: Drücke mit aller Kraft gegen die Wand. Aktiviere deine Muskeln und hol dir dein starkes, abgrenzendes Embodiment zurück, bevor du das Gespräch führst. Damit signalisierst du deinem Nervensystem, dass du die biologische Kapazität hast, souverän für dich einzustehen.
Panikattacke sofort stoppen: Der physiologische Seufzer (Somatische Reise #11))
Wenn du eine Panikattacke sofort stoppen oder akute Angst lindern möchtest, hilft dir die Logik im Kopf oft überhaupt nicht mehr weiter. Sobald der Atem flach wird, das Herz rast und sich Enge in der Brust ausbreitet, schaltet das menschliche Gehirn auf reines Überleben. In diesem evolutionären Alarmzustand kann dein autonomes Nervensystem keine rationalen Argumente mehr verarbeiten. Doch dein Körper besitzt eine eingebaute biologische Notbremse, die den Vagusnerv sofort aktiviert: den physiologischen Seufzer.
In dieser Episode meiner somatischen Übungsreihe zeige ich dir, wie du diesen tiefen Reflex gezielt nutzt, um dein Nervensystem direkt im Hier und Jetzt herunterzuregeln. Das Geniale daran: Du musst gar nicht an diese Übung glauben, damit sie funktioniert. Es ist reine Physiologie und Biologie!
Die Wissenschaft dahinter
Unter hoher Angstaktivierung kollabieren die winzig kleinen Luftbällchen in unserer Lunge (Alveolen). Dadurch sammelt sich schlagartig zu viel Kohlendioxid im Blut an, was dem Gehirn Lebensgefahr meldet – ein biochemischer Teufelskreis entsteht.
- Das Prinzip: Durch ein spezifisches, kurzes Nacheinatmen ploppen die kollabierten Alveolen sofort wieder auf.
- Die Wirkung: Das angestaute CO₂ wird mit dem langen, seufzenden Ausatmen maximal abtransportiert. Das Signal an dein Gehirn schaltet augenblicklich um: Die Gefahr ist vorbei, der Parasympathikus übernimmt und deine Selbstheilungskräfte arbeiten für dich.
Finde eine bequeme Position im Sitzen oder Liegen, lass uns den biochemischen Alarm in deinem Körper gemeinsam ausschalten und atme dich frei.
Dein unauffälliger Begleiter im Büro oder Auto:
Das Geniale am physiologischen Seufzer ist, dass du ihn überall machen kannst, ohne dass es jemand merkt! Egal ob im Auto an der roten Ampel, vor einem schwierigen Gespräch oder mitten in einer stressigen Situation. Führe die Übung einfach lautlos und ohne Stimme durch die Nase und den Mund aus. Bereits zwei bis drei Durchgänge reichen völlig aus, um den akuten Alarmmodus im Organismus zu beenden.
Reizüberflutung stoppen: Die schützende Decken-Kokon-Übung (Somatische reise #12)
Kennst du diese Tage, an denen dir selbst das Atmen zu viel wird? Wenn dein innerer Akku nicht nur leer, sondern völlig entladen ist und jede Berührung, jedes Geräusch und jedes Licht von außen fast schon wehtut? Wenn das passiert, ist dein Nervensystem chronisch reizüberflutet. Es sehnt sich nach einer schützenden, geborgenen Grenze, die dich vollkommen von der Welt da draußen abschirmt.
In dieser zwölften Episode – dem feierlichen Abschluss unserer ersten gemeinsamen Praxisübungsreihe – schenken wir deinem Körper genau diesen Schutzraum.
Die Traumatherapie-Wissenschaft hinter der Tiefenintegration
Heilung und die tiefe Regulation des autonomen Nervensystems passieren nicht nur, indem wir etwas tun oder leisten – sie geschehen vor allem in der tiefen Ruhe danach. Diese Übung nutzt das neurobiologische Prinzip des tiefen Bindegewebsdrucks:
- Künstlicher Schutzraum: Das feste Einwickeln in eine Decke aktiviert die Rezeptoren in deiner Haut und deinen Muskeln, simuliert die Ursicherheit des Mutterleibs und schaltet den parasympathischen Vagusnerv ein.
- Verteidigung einstellen: Dem Stammhirn wird signalisiert, dass es sich nach außen hin nicht mehr verteidigen muss. Alles, was Druck oder Anforderungen an dich stellt, bleibt außerhalb des Kokons.
- Gewebe-Entlastung: Du brauchst dich selbst gerade absolut nicht zu halten. Die Decke hält dich, der Boden trägt dich und eingefrorene Anspannung darf endlich absinken.
Nimm dir eine Decke zur Hand, mach es dir im Sitzen oder Liegen bequem und lass uns dein System gemeinsam neu kalibrieren!
Warum Nervensystem-Regulation Zeit braucht (Habituation):
Das Nervensystem neu auszurichten ist wie das Erlernen eines neuen Berufs oder eines Musikinstruments. Am Anfang sind es reine Techniken und Methoden. Durch kontinuierliches Wiederholen werden diese Methoden zur Gewohnheit – und die Gewohnheit wird schließlich zu einer unwillkürlichen Haltung. Gib dir und deinem Fundament Zeit. Wenn dich die chronische Erschöpfung im Alltag einholt, ist der Deckenkokon deine lebenswichtige Rettungsinsel.
Über mich
Mein Ansatz in der Psychotherapie basiert auf einer einfachen, aber wesentlichen Erkenntnis: Wahre Veränderung und nachhaltige Heilung finden nicht nur im Kopf statt, sondern müssen im gesamten Körper verankert sein. Wenn chronischer Stress, Ängste, Erschöpfung oder traumatische Erfahrungen unser System überfordern, verliert das autonome Nervensystem seine Flexibilität. Logische Argumente greifen dann oft zu kurz – was es braucht, ist das spürbare Erleben von biologischer Sicherheit.
Als Psychotherapeut in freier Praxis in Salzburg begleite ich dich mit einem integrativen, wissenschaftlich fundierten und zutiefst körperorientierten Ansatz auf dem Weg zurück in deine Balance und vitale Lebenskraft.
Meine therapeutischen Schwerpunkte:
- Nervensystemregulation: Effektives Ausleiten von chronischem Alltagsstress, Überlastungszuständen und die nachhaltige Burnout-Prävention.
- Traumatherapie & Angststörungen: Begleitung bei der Bewältigung von Schocktraumata, Panikattacken, tief sitzenden Ängsten und Phobien.
- Psychosomatik & chronische Syndrome: Ganzheitliche Begleitung bei körperlichen Beschwerden ohne rein organischen Befund (z. B. Reizdarmsyndrom, chronische Erschöpfung, Faszien- und Muskelspannungen).
- Bindungs- und Entwicklungstrauma: Heilung von frühkindlichen Bindungsverletzungen, das sanfte Regulieren von Scham- und Schuldgefühlen sowie das Nachnähren des inneren Halts.
- Hochsensibilität (HSP): Unterstützung für feinsinnige Menschen, um Reizüberflutung im Alltag zu reduzieren und die eigene Wahrnehmung als Stärke zu integrieren.
Meine Arbeitsweise und Zusatzqualifikationen:
In meiner klinischen Praxis kombiniere ich klassische psychotherapeutische Verfahren flexibel mit hocheffektiven, modernen Ansätzen der Körper-Geist-Medizin. Meine Arbeit ist maßgeblich geprägt und inspiriert von:
- Der fundierten Körperpsychotherapie und zeitgemäßen Embodiment-Verfahren (zur Re-Integration abgespaltener Körperanteile).
- Den biologischen Entladungs- und Regulationsprinzipien des Somatic Experiencing® nach Dr. Peter Levine (zum sicheren Lösen von Kampf-, Flucht- und Freeze-Schleifen).
- Den unbewussten und lösungsorientierten Fokussierungsprozessen der Hypnosystemik nach Dr. Gunther Schmidt (zur Transformation von Problem-Trancen in stärkende Ressourcen).
Mein einzigartiger USP: Die Synergie aus Therapie und Kunst
Neben meiner psychotherapeutischen Fachkompetenz fließt mein Hintergrund als professioneller Schauspieler, Sprecher und Sänger intensiv in meine Arbeit ein. In der Traumatherapie und der Polyvagal-Theorie wissen wir, wie essenziell die Tonalität und die stimmliche Resonanz für die Aktivierung des Entspannungsnervs (Vagusnerv) sind.
Als Stimm- und Körperprofi nutze ich meine Stimme in Einzelsitzungen sowie in meinem 52-wöchigen Audio-Jahreskurs „Der somatische Kompass“ als direktes Instrument der Co-Regulation. Ich helfe dir dabei, die unbewussten „somatischen Marker“ deines Körpers zu dechiffrieren, blockierte Impulse in Zeitlupe sicher zu vollenden und deine authentische, kraftvolle Stimme im Leben wiederzufinden.
Lass uns gemeinsam den Weg zurück in deinen sicher verkörperten Raum antreten.








