Podcast-Reihe: Nicht gegen dich, sondern anders mit dir

Florian Friedrich • 15. September 2026

Folge 1: Warum du manchmal genau das tust, was du eigentlich nicht willst

Warum reagieren wir manchmal auf eine Weise, die wir selbst gar nicht verstehen? Warum sagen wir etwas, obwohl wir es eigentlich anders wollten, oder landen immer wieder in ähnlichen Situationen?

In dieser ersten Folge geht es um innere Muster, unterschiedliche Seiten in uns und die Frage, warum auch scheinbar widersprüchliches Verhalten einen guten Grund haben kann. Die hypnosystemische Perspektive hilft dabei, weniger gegen sich selbst zu kämpfen und neugieriger auf das eigene Erleben zu schauen.

Eine Einführung in den Podcast und in eine Haltung, bei der Veränderung nicht durch Selbstbekämpfung, sondern durch Verständnis und neue Möglichkeiten entstehen kann.

Folge 2: Rituelle Gewalt – Wenn Verschwörungserzählungen zur therapeutischen Realität werden

Was geschieht, wenn die Vorstellung von „ritueller Gewalt“, geheimen Satanisten-Netzwerken und Mind Control nicht mehr als Verschwörungserzählung betrachtet wird, sondern zum Erklärungsmodell für die Erfahrungen von Patientinnen und Patienten wird?

In dieser Folge geht es um rituelle Gewalt, Mind Control, False Memory und die psychotherapeutischen Folgen solcher Narrative. Dabei geht es nicht darum, Leid oder reale Gewalterfahrungen zu bestreiten. Im Gegenteil: Die Frage ist, wie Menschen mit belastenden Erfahrungen angemessen begleitet werden können, ohne ihnen zugleich eine vorgefertigte Erklärung für ihre Erlebnisse anzubieten.

Eine kritische und zugleich psychotherapeutisch orientierte Auseinandersetzung mit einem kontroversen Thema.

Folge 3: Du bist nicht dein Zustand

„Ich bin ängstlich.“ „Ich bin unsicher.“ „Ich bin einfach so.“

Aber sind wir das wirklich?

In dieser Folge geht es um einen wichtigen Unterschied: Wir haben unterschiedliche Zustände – aber wir sind nicht unsere Zustände. Angst, Stress, Traurigkeit oder Überforderung können unsere Wahrnehmung und unser Verhalten stark beeinflussen. Sie erzählen aber nicht die ganze Geschichte darüber, wer wir sind.

Aus hypnosystemischer Sicht geht es darum, wieder mehr Abstand zu belastenden Zuständen zu bekommen und auch jene Seiten wahrzunehmen, die im jeweiligen Moment vielleicht gerade nicht im Vordergrund stehen.

Mit einer kleinen Imagination und dem Seitenmodell als Einladung, sich selbst etwas differenzierter zu betrachten.

Folge 4: Du bist mehr als deine Muster

Warum reagieren wir immer wieder auf dieselbe Weise, obwohl wir es eigentlich anders machen möchten?

Unsere Muster haben häufig eine Geschichte. Was uns heute vielleicht belastet, konnte in einem früheren Lebensabschnitt einmal eine wichtige Funktion erfüllen: Kontrolle kann Sicherheit geben, Rückzug kann vor Überforderung schützen, Perfektionismus kann Anerkennung sichern.

In dieser Folge geht es um innere Muster, Schutzstrategien, Selbstwert, Glaubenssätze und Ressourcen. Die hypnosystemische Perspektive fragt nicht nur: „Wie werde ich dieses Muster los?“, sondern auch: „Wann könnte es für mich einmal sinnvoll gewesen sein?“

Denn du kannst ein Muster haben, ohne dieses Muster zu sein.

Folge 5: Einsamkeit und Bindungstrauma verstehen: Warum du dich trotz Menschen allein fühlst

Warum fühlen wir uns manchmal einsam, obwohl Menschen um uns herum sind? Und warum kann es so schwer sein, andere wirklich zu brauchen?


In dieser Folge geht es um:

• Einsamkeit und Alleinsein

• Einsamkeit trotz Partnerschaft und sozialer Kontakte

• Bindungstrauma und Bindungsverletzungen

• Bindungsangst und Verlustangst

• Pseudoautonomie und übersteigerte Unabhängigkeit

• Nähe und Distanz in Beziehungen

• das hypnosystemische Seitenmodell

• Steuerposition und Beobachterposition

• Bedürfnisse hinter Einsamkeit erkennen

• Scham und Einsamkeit unterscheiden

• Resonanz und Verbundenheit

• Co-Regulation und körperliche Nähe

• gesunde Autonomie und bezogene Individuation

• Social Media und das Gefühl, dass „alle anderen jemanden haben“

• warum Intensität nicht dasselbe wie Nähe ist • wie wir Einsamkeit utilisieren können

• hypnosystemische Imaginationen und Selbstregulation


Die Folge richtet sich an Menschen, die ihre Einsamkeit besser verstehen möchten, sich mit Bindung, Beziehung und Nähe beschäftigen oder neue Wege im Umgang mit Bindungsverletzungen und alten Beziehungsmustern suchen.

Folge 6: Warum verliebe ich mich immer in die Falschen? | Bindungstrauma, Dopamin & Liebe


Warum verliebe ich mich immer in die Falschen?

Warum fühlen sich manche Menschen gerade dann besonders attraktiv an, wenn sie schwer erreichbar, wechselhaft oder emotional wenig verfügbar sind? Und warum kann eine sichere und liebevolle Beziehung im Vergleich dazu plötzlich weniger aufregend erscheinen?

Dieser Podcast beschäftigt sich mit der Frage, wie Bindungserfahrungen, Bindungstrauma, Entwicklungstrauma, das autonome Nervensystem und das Dopaminsystem unser Erleben von Verliebtheit und Partnerschaft beeinflussen können.


Ein wichtiger Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen Anziehung und Passung. Ein Mensch kann starke Gefühle, Sehnsucht und körperliche Erregung auslösen und trotzdem keine gute Beziehung für uns sein. Umgekehrt bedeutet weniger Aufregung in einer sicheren Partnerschaft nicht automatisch, dass weniger Liebe vorhanden ist.

Besonders interessant wird die Dynamik bei wechselhafter Nähe: Kontakt, Rückzug, Hoffnung, Unsicherheit und überraschende Zuwendung können die Aufmerksamkeit stark binden. Dadurch kann eine instabile Beziehung subjektiv intensiver erlebt werden als eine verlässliche Partnerschaft.

Der Podcast betrachtet auch die andere Seite: das ständige Prüfen, ob die eigenen Gefühle noch stark genug sind. Die Frage, ob man noch verliebt ist, kann sich zu einem Kreislauf aus Selbstbeobachtung, Grübeln und Zweifel entwickeln. Wer während einer Begegnung permanent die eigenen Gefühle misst, erlebt die Beziehung möglicherweise zunehmend aus dem Kopf und immer weniger unmittelbar und körperlich.


Aus hypnosystemischer Perspektive bietet das Seitenmodell eine andere Möglichkeit, mit solchen inneren Konflikten umzugehen. Unterschiedliche Seiten – etwa Sehnsucht, Schutz, Vorsicht, Leidenschaft oder das Bedürfnis nach Sicherheit – werden nicht bekämpft oder abgewertet. Stattdessen werden ihre jeweiligen Bedürfnisse und guten Absichten erkundet.

Eine angeleitete Imagination ermöglicht es, diese unterschiedlichen inneren Seiten wahrzunehmen und aus einer erwachsenen, beobachtenden Position heraus miteinander zu koordinieren.


Im Mittelpunkt steht schließlich eine andere Form der Orientierung:

Nicht nur die Frage, wie stark die Anziehung zu einem Menschen ist, sondern auch die Frage, wie die Beziehung mit diesem Menschen erlebt wird.

Entsteht mehr Weite oder mehr Enge? Mehr Freiheit oder mehr Abhängigkeit? Gibt es Resonanz, Verlässlichkeit, Sicherheit und die Möglichkeit, sich selbst zu zeigen?


Der Podcast lädt dazu ein, die eigene innere Landkarte zu erweitern und Gefühle nicht als etwas Falsches oder Richtiges zu bewerten, sondern als Informationen über Bedürfnisse, Erfahrungen und mögliche Wahlmöglichkeiten zu verstehen.

Denn das Ziel ist nicht, Sehnsucht, Verliebtheit oder intensive Gefühle loszuwerden. Es geht darum, zwischen Intensität und Alarm, Begehren und Bindungsaktivierung, Verliebtheit und tragfähiger Verbundenheit unterscheiden zu können.

Folge 7: Angst verstehen: Warum deine Angst dich schützen will

Angst verstehen statt gegen sie kämpfen

Angst gehört zu unserem menschlichen Schutzsystem. Sie warnt uns vor möglicher Gefahr, mobilisiert unseren Körper und richtet unsere Aufmerksamkeit auf das, was wichtig erscheint. Doch dieses Alarmsystem kann sich irren: Frühere Erfahrungen, traumatische Erlebnisse oder eingeübte Schutzstrategien können auch in Situationen aktiviert werden, die heute gar nicht mehr gefährlich sind.

In dieser Podcastfolge geht es darum, Angst besser zu verstehen, statt sie vorschnell bekämpfen oder loswerden zu wollen. Aus hypnosystemischer Perspektive wird betrachtet, welche positive Schutzfunktion hinter einer Angst stehen kann – und warum das Verständnis dieser Funktion nicht bedeutet, jedem Impuls der Angst folgen zu müssen.


Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Nervensystem, Körper, bisherigen Erfahrungen und aktuellen Situationen. Auch die Sehnsucht nach Sicherheit und Kontrolle spielt eine wichtige Rolle: Denn absolute Gewissheit gibt es im Leben nicht. Ein wichtiger Schritt kann deshalb darin liegen, Angst wahrnehmen zu können und gleichzeitig wieder selbst die Entscheidung zu übernehmen.

Die Folge enthält außerdem eine hypnosystemische Übung und Imagination, die dazu einlädt, der eigenen Angst mit mehr Verständnis zu begegnen und herauszufinden, was sie eigentlich schützen möchte.

Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Florian Friedrich • 12. Oktober 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
Ein abstraktes Aquarellbild mit einem sanften Farbverlauf.
von Florian Friedrich • 9. Oktober 2026
Wie gelingt Therapeuten der Ausstieg aus dem Dogma ritueller Gewalt? Ein praxisnaher Leitfaden über Loyalitätskonflikte, iatrogene Schuld und Selbstfürsorge.
Nahaufnahme von einem Richtertisch aus dunklem Holz.
von Florian Friedrich • 9. Oktober 2026
Wenn Traumatherapie zur Weltanschauung wird: Florian Friedrich über die Gefahr iatrogener Scheinerinnerungen und Justiz vs. Psychotherapie.
Körperbasiert reguliert - Podcast
von Florian Friedrich • 8. Oktober 2026
Willkommen zu deinem 52-wöchigen Jahres-Curriculum für somatische Selbstregulation.